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Die Europäische Union hat einen bedeutenden Schritt in Richtung der Einführung eines digitalen Euro gemacht. Der ECON-Ausschuss des Europäischen Parlaments gab am Dienstag grünes Licht für den rechtlichen Rahmen der neuen digitalen Währung, womit die Endphase des Gesetzgebungsprozesses beginnen kann.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Europa sorgt sich zunehmend über die dominante Stellung amerikanischer Zahlungsunternehmen und das rasante Wachstum von dollarbasierten Stablecoins. Der digitale Euro soll sicherstellen, dass die EU mehr Kontrolle über ihr eigenes Finanzsystem behält und weniger von ausländischen Akteuren abhängig wird.
Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet bereits seit 2021 an der Entwicklung eines digitalen Euro, doch das Projekt erlebte in den letzten Jahren verschiedene Verzögerungen durch politische Diskussionen innerhalb der EU.
Die geopolitischen Entwicklungen haben die Dringlichkeit mittlerweile erhöht. Europäische Entscheidungsträger sind zunehmend besorgt über die dominante Rolle amerikanischer Zahlungsunternehmen wie Visa und Mastercard im europäischen Zahlungsverkehr. Darüber hinaus wächst der Einfluss von dollarbasierten Stablecoins, die immer häufiger für internationale Zahlungen genutzt werden.
Laut EZB kann ein digitaler Euro als europäische Alternative dienen, die die strategische Autonomie der EU stärkt. Damit wäre Europa weniger abhängig von ausländischen Zahlungsnetzwerken und würde mehr Kontrolle über seine eigene Finanzinfrastruktur behalten.
Die Zentralbank reagierte positiv auf die Abstimmung im Europäischen Parlament. Laut EZB ist der Beschluss ein wichtiger Schritt in Richtung eines digitalen Euro, der neben Bargeld existieren und den europäischen Zahlungsmarkt zukunftssicherer machen soll.
Ein wichtiger Diskussionspunkt war, ob der digitale Euro sowohl online als auch offline verfügbar sein sollte. Besonders die Offline-Funktion ist heikel, da Nutzer damit auch ohne Internetverbindung bezahlen könnten.
Einige Europaabgeordnete wollten zunächst nur eine Offline-Version einführen. Eine Online-Variante sollte erst später folgen, falls der Privatsektor keine gute Alternative entwickeln würde.
Die EZB widersetzte sich dem. Laut der Zentralbank sind beide Versionen notwendig, um den digitalen Euro wirklich nutzbar für Verbraucher und Unternehmen zu machen. Das Europäische Parlament ist dem nun gefolgt.
Berichterstatter Fernando Navarrete betont, dass der digitale Euro Bargeld nicht ersetzen soll.
„Das Ziel ist es nicht, Menschen zu einer bestimmten Zahlungsmethode zu drängen, sondern mehr Wahlfreiheit zu bieten,“ so Navarrete.
Obwohl der digitale Euro erneut eine wichtige politische Hürde genommen hat, wird die Einführung noch einige Jahre dauern. Die EZB peilt derzeit eine Einführung um 2029 an.
Bevor es so weit ist, möchte die Zentralbank ausführlich testen, wie die digitale Währung in der Praxis funktioniert. Daher ist eine zwölfmonatige Testphase geplant, in der eine Beta-Version des digitalen Euro unter realistischen Bedingungen getestet wird.
An diesem Pilotprojekt beteiligen sich ausgewählte Zahlungsdienstleister, Banken und Einzelhändler aus der Eurozone. Die EZB will damit unter anderem prüfen, ob das System sicher, zuverlässig und skalierbar genug ist, um letztendlich von Hunderten Millionen Europäern genutzt zu werden.
Erst wenn diese Testphase erfolgreich verläuft und die endgültige Gesetzgebung abgeschlossen ist, kann der digitale Euro tatsächlich innerhalb der Europäischen Union eingeführt werden.
Neben dem digitalen Euro für Verbraucher arbeitet die EZB auch an einer separaten digitalen Währung für Finanzinstitute.
Im März stellte die Zentralbank hierfür eine neue Roadmap vor. Dabei wird untersucht, wie Transaktionen auf Blockchain-Netzwerken mit digitalem Zentralbankgeld abgewickelt werden können.
Die EZB erwartet, 2028 einen Entwurf für das sogenannte Appia-Projekt fertiggestellt zu haben. Als Zwischenschritt will die Zentralbank im dritten Quartal 2026 bereits ein System einführen, das Blockchain-Plattformen mit bestehender europäischer Zahlungsinfrastruktur verbindet.
Mit der Zustimmung des ECON-Ausschusses scheint der digitale Euro damit näher denn je. Die kommenden Verhandlungen werden letztlich bestimmen, wie die digitale Währung aussehen wird und welche Rolle sie im europäischen Finanzsystem spielen wird.
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Wang zufolge sollten sich die politischen Entscheidungsträger auf ein Szenario vorbereiten, in dem Stablecoins vermehrt für grenzüberschreitende Zahlungen genutzt werden.
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