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Das europäische Banken-Konsortium Qivalis hat einen bedeutenden Partner für seinen Euro-Stablecoin gefunden. Die zwölf Banken hinter dem Projekt setzen auf Fireblocks, um die digitale Währung herauszugeben und zu verwalten. Dies soll in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 zu einem ernstzunehmenden Gegenstück zu den dominanten Dollar-Stablecoins führen.

Amerikanische Spezialisten bauen die Basis

Fireblocks wird das technische Rückgrat des Qivalis-Stablecoin liefern. Das US-amerikanische Unternehmen, das sich auf die Verwahrung und Verarbeitung digitaler Vermögenswerte für Finanzinstitute spezialisiert hat, übernimmt die Ausgabe, Verteilung und Verwaltung der Euro-Währung.

Der Stablecoin ist eine digitale Währung, die eins zu eins an den Euro gekoppelt ist. Für jeden von Qivalis ausgegebenen Token steht eine echte Euro in der Kasse gegenüber. So bleibt der Wert stabil, im Gegensatz zu beispielsweise Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH).

Der Start ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant und hängt von der Genehmigung durch die Niederländische Zentralbank (DNB) ab. Qivalis hat seinen Sitz in Amsterdam und unterliegt der europäischen MiCA-Regulierung, dem Regelwerk für den Kryptomarkt in der EU.

Zwölf Banken, eine Währung

Das Konsortium besteht aus zwölf Schwergewichten der europäischen Bankenbranche: Banca Sella, BBVA, BNP Paribas, CaixaBank, Danske Bank, DekaBank, DZ BANK, ING, KBC, Raiffeisen Bank International, SEB und UniCredit. Als letztes stieß BBVA im Februar dazu.

„Qivalis zeigt, wie große Finanzinstitute zusammenarbeiten können, um einen konformen, euro-gestützten Stablecoin im großen Maßstab mit produktionsreifer Infrastruktur zu lancieren“, so Fireblocks-Chef Michael Shaulov.

Die Währung ist vor allem für den geschäftlichen Gebrauch bestimmt, wie Zahlungen zwischen Banken, Handelsabwicklungen und den Handel mit sogenannten tokenisierten Vermögenswerten (traditionelle Vermögenswerte wie Aktien oder Anleihen, die auf einer Blockchain festgehalten werden).

Dollar hat noch das Sagen

Europa hinkt den Vereinigten Staaten hoffnungslos hinterher. Der weltweite Stablecoin-Markt hat einen Wert von rund 317 Milliarden Dollar, und satte 99 Prozent davon sind an den Dollar gekoppelt.

Tether ist mit seinem USDT mit Abstand der größte Akteur, mit einem Marktwert von etwa 185 Milliarden Dollar. Circle folgt auf dem zweiten Platz mit USDC, das rund 77 Milliarden Dollar wert ist.

Euro-gebundene Tokens kommen dem nicht einmal nahe. Das Gesamtangebot bleibt bei etwa 650 Millionen Dollar, weniger als ein halbes Prozent des gesamten Marktes. Der beliebteste ist EURC von Circle, der noch nicht einmal 460 Millionen Dollar wert ist.

Auch große US-Banken wollen von diesem schnell wachsenden Markt profitieren, der für schnellere und günstigere Überweisungen sorgt.

  • Citi untersucht die Ausgabe eines eigenen Dollar-Stablecoins, wie CEO Jane Fraser während der Quartalszahlen bestätigte.
  • Bank of America-Chef Brian Moynihan wiederholte mehrfach, dass seine Bank bereitsteht, sobald es die Gesetzeslage erlaubt.
  • Wells Fargo sicherte sich Anfang März den Markennamen WFUSD, ein klares Signal, dass dort eine eigene Währung im Anmarsch ist.
  • Der CEO von Goldman Sachs sagte, dass die Bank „eine große Anzahl von Menschen“ an Tokenisierung und Stablecoins arbeiten lässt.

Die Tür wurde durch den GENIUS Act von Präsident Trump weit geöffnet. Dieses bundesweite Stablecoin-Gesetz wurde im Juli 2025 unterzeichnet und gibt Banken ein klares Spielfeld.

Die Europäische Zentralbank warnt schon länger, dass diese Abhängigkeit ein Risiko für die europäische Souveränität darstellt. Qivalis-Chef Jan-Oliver Sell betont, dass Europa ohne Euro auf der Blockchain in der digitalen Wirtschaft unterliegen könnte.

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