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Visa, Mastercard und Stripe stehen offenbar kurz vor der Einführung einer neuen Stablecoin-Plattform. Das berichten mehrere Quellen gegenüber CoinDesk. Auch die Kryptobörse Coinbase prüft laut Insidern die Möglichkeit, sich dem Vorhaben anzuschließen. Die Zusammenarbeit verdeutlicht, wie schnell sich Stablecoins von einem Nischenprodukt zu einem ernstzunehmenden Bestandteil des globalen Zahlungsverkehrs entwickeln.

Stablecoins gewinnen an Bedeutung für die Zahlungsbranche

Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an eine traditionelle Währung, meist den US-Dollar, gekoppelt ist. Der Markt hat in den letzten Jahren ein explosives Wachstum erlebt und repräsentiert mittlerweile einen Wert von rund 325 Milliarden Dollar.

Für große Zahlungsdienstleister bieten Stablecoins die Möglichkeit, internationale Transaktionen schneller und kostengünstiger abzuwickeln. Dadurch steigt der Wettbewerb um eine Position in diesem Markt rapide an.

Stripe machte Ende 2024 einen bedeutenden Schritt mit der Übernahme des Stablecoin-Infrastrukturunternehmens Bridge für 1,1 Milliarden Dollar. Mastercard übernahm Anfang dieses Jahres das Stablecoin-Unternehmen BVNK und kündigte diese Woche an, seine Infrastruktur für kontinuierliche Stablecoin-Abwicklungen weiter auszubauen.

Auch Visa arbeitet aktiv an seiner Positionierung. Im April erweiterte das Unternehmen ein Pilotprojekt für Stablecoin-Zahlungen auf neun verschiedene Blockchains, darunter Ethereum, Solana, Polygon und Base.

Coinbase prüft mögliche Beteiligung

Laut einer der Quellen untersucht Coinbase derzeit, ob eine Beteiligung an der neuen Plattform möglich und sinnvoll ist. Die amerikanische Kryptobörse hat in den vergangenen Jahren ebenfalls stark auf Stablecoins gesetzt.

Ende letzten Jahres führte Coinbase einen White-Label-Dienst ein, mit dem Unternehmen ihre eigenen Stablecoins lancieren können. Zudem startete das Unternehmen Coinbase Business, einen Service, der sich auf Zahlungen mit Stablecoins spezialisiert.

Coinbase spielt außerdem eine wesentliche Rolle im Ökosystem rund um den USD Coin (USDC), die zweitgrößte Stablecoin weltweit. Seit 2023 besteht eine Vereinbarung mit dem Herausgeber Circle, bei der beide Parteien Einnahmen aus der Zirkulation von USDC teilen. Diese Vereinbarung läuft im August aus und steht bald zur Neuverhandlung.

Kampf um die Zukunft digitaler Zahlungen

Die beteiligten Unternehmen haben die Existenz der neuen Plattform bislang nicht bestätigt. Visa, Stripe und Coinbase lehnten einen Kommentar ab. Mastercard reagierte nicht auf Anfragen von CoinDesk.

Dennoch zeigt die Entwicklung, wie schnell Stablecoins in der Finanzbranche Fuß fassen. Wo die Technologie vor einigen Jahren vor allem von Kryptohändlern genutzt wurde, sehen immer mehr traditionelle Zahlungsunternehmen Potenzial für grenzüberschreitende Zahlungen, Transaktionsabwicklungen und neue Finanzdienstleistungen.

Sollte die Plattform tatsächlich eingeführt werden, könnte dies eine der bemerkenswertesten Kooperationen zwischen traditionellen Zahlungsnetzwerken und der Kryptobranche bislang werden.

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