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Die Europäische Zentralbank schlägt Alarm bezüglich Stablecoins. In einem neuen Arbeitspapier warnt die EZB, dass die großflächige Verwendung dieser digitalen Währungen die Kreditvergabe der Banken beeinträchtigen und die Geldpolitik schwächen könnte. Vor allem dollargebundene Stablecoins geben Anlass zur Sorge, da sie monetäre Schocks aus den USA direkt auf die Eurozone übertragen können.
Die EZB befürchtet, dass eine rasche Verbreitung von Stablecoins zu einer Verlagerung von Spargeldern von traditionellen Banken hin zu digitalen Alternativen führen könnte. Sollten Sparer in großem Stil wechseln, verlieren Banken einen Teil ihrer Finanzierungsbasis, was ihre Fähigkeit einschränkt, Kredite an Haushalte und Unternehmen zu vergeben.
Darüber hinaus wird es für die EZB schwieriger, Zinsentscheidungen wirksam in der Wirtschaft umzusetzen. Wenn Geld außerhalb des traditionellen Bankensystems fließt, lässt sich die Wirkung der Geldpolitik schlechter vorhersagen.
Die Sorgen wachsen, wenn der Markt von Stablecoins dominiert wird, die nicht in Euro notiert sind. Eine starke Präsenz von Dollar-Stablecoins kann europäische Banken stärker von Finanzierungen in Fremdwährungen abhängig machen.
Schwankungen in der Nachfrage nach diesen Coins könnten amerikanische monetäre Schocks direkt in die Eurozone übertragen. Entscheidungen der Federal Reserve wären in Europa spürbarer, selbst wenn die EZB einen anderen Kurs verfolgt. Diese Befürchtung ist nicht abstrakt: Präsident Trump hat sich für eine stärkere Rolle von Kryptowährungen in den USA ausgesprochen, wodurch Dollar-Stablecoins auch in Europa an Bedeutung gewinnen könnten.
In Europa wächst der Widerstand. Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, sprach sich kürzlich für Euro-gebundene Stablecoins als Zahlungsmittel aus. Große Banken wie Citigroup, ING, UniCredit und DekaBank arbeiten inzwischen an regulierten Euro-Stablecoins.
Die Diskussion ist Teil eines umfassenderen Kampfes um die Währungshoheit. Die Zentralbanken möchten verhindern, dass private digitale Währungen eine zu große Marktmacht entwickeln und dadurch Einfluss auf das Finanzsystem nehmen.
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