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MiCA ist erst seit Kurzem vollständig in Kraft, doch die nächste Runde zeichnet sich bereits ab. EU-Beamte nehmen nun auch Unternehmen von außerhalb der EU ins Visier. Auslöser ist eine Entwicklung in den USA, wo die Vereinigten Staaten ihr eigenes Stablecoin-Gesetz durchgesetzt haben.

US-Gesetz setzt EU unter Druck

Europäische Funktionäre bereiten eine Überarbeitung von MiCA (Markets in Crypto-Assets) vor, der europäischen Kryptoregulierung. Künftig sollen auch Emittenten von Stablecoins außerhalb der EU der Aufsicht unterliegen.

Die Pläne sind eine Reaktion auf den amerikanischen GENIUS Act, das erste Bundesgesetz zur Regulierung von Stablecoins. Präsident Donald Trump unterzeichnete das Gesetz im Juli 2025. Emittenten müssen seitdem jeden digitalen Coin zu 100 Prozent mit zulässigen Dollarreserven decken.

Für Brüssel stellt sich damit eine heikle Frage: Wie soll die EU mit amerikanischen Emittenten umgehen, die in EU-Staaten aktiv sind? Auch Regeln für tokenisierte Zahlungen und Einlagen stehen zur Debatte. Einige sprechen deshalb bereits von „MiCA 2.0“.

Die angepassten Regeln sind für 2027 vorgesehen, doch schnell dürfte das Verfahren nicht werden. Miroslav Durić, Senior Associate bei der Kanzlei Taylor Wessing, hält es für unwahrscheinlich, dass vor 2028 konkrete Gesetzesvorschläge angenommen werden. Bis zum 31. August können Beteiligte zu den Plänen Stellung nehmen.

MiCA verdrängt Tausende Kryptobörsen aus dem Markt

Die Lizenzpflicht nach MiCA gilt bereits seit Ende 2024, bestehende Anbieter durften jedoch noch bis zum 1. Juli weiterarbeiten. Sie stützten sich auf ihre zuvor erteilte nationale Zulassung, während sie eine MiCA-Lizenz beantragten. Diese Übergangsfrist ist nun abgelaufen.

Wer keine Zulassung als Crypto-Asset Service Provider (CASP) hat, darf seit dem 1. Juli Nutzern in den 27 EU-Staaten keine Dienste mehr anbieten. Das hat eine deutliche Marktbereinigung ausgelöst.

Im Jahr 2024 waren noch mehr als 3.000 Unternehmen national registriert. Laut CASP Tracker verfügen inzwischen 280 über eine MiCA-Lizenz. Binance und MEXC gehören zu den großen Namen, die ihr Europageschäft einstellen müssen.

Aufseher prüfen Kryptoverwahrung

Unterdessen kündigte die Aufsichtsbehörde ESMA am Mittwoch eine eigene Untersuchung an. Die europäische Marktaufsicht will die operative Widerstandsfähigkeit zugelassener CASPs prüfen.

Von Juli bis zur ersten Jahreshälfte 2027 nehmen die Aufseher die Verwahrung von Kryptoassets in den Blick. Sie prüfen, wie Unternehmen mit den damit verbundenen operationellen Risiken umgehen.

Auch in den USA bewegt sich etwas. Senatoren beraten über den CLARITY Act, ein Gesetz zur Marktstruktur im Kryptosektor. Eine Abstimmung im Senat wird im Juli erwartet.

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