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Binance wird zum 1. Juli nicht über eine MiCA-Lizenz in der Europäischen Union verfügen. Damit verliert die weltweit größte Kryptobörse vorerst das Recht, europäische Kunden aktiv zu bedienen.
Anfang der Woche hatte Binance noch relativ vage Erklärungen veröffentlicht und betont, man halte am europäischen Markt fest. Inzwischen ist jedoch klar: Binance wird in Griechenland keine MiCA-Lizenz erhalten. Das Unternehmen hat bestätigt, dass es seinen Antrag dort zurückgezogen hat.
Damit gilt es als nahezu ausgeschlossen, dass Binance noch vor dem 1. Juli in einem anderen EU-Land eine Lizenz bekommt. Ein neues Zulassungsverfahren dauert in der Regel Monate – und auch Binance scheint inzwischen einzuräumen, dass eine schnelle Lösung nicht mehr realistisch ist.
Die europäische Kryptoregulierung MiCA verpflichtet Kryptounternehmen dazu, eine Lizenz zu besitzen, wenn sie Dienstleistungen für Kunden innerhalb der Europäischen Union anbieten.
Ohne Lizenz darf Binance ab dem 1. Juli keine neuen Kunden mehr annehmen, keine Werbung für seine Dienste schalten und europäischen Nutzern keine aktiven Handelsangebote mehr bereitstellen.
Für Bestandskunden bedeutet das in der Praxis: Sie können ihre Kryptowerte in der Regel weiterhin abheben oder zu einem anderen Anbieter übertragen, aber nicht mehr aktiv über die Plattform handeln.
Die Aufsicht liegt bei den nationalen Behörden in den Ländern, in denen Binance tätig ist. Sie entscheiden, wie die Regeln durchgesetzt werden. Dadurch kann die konkrete Wirkung je nach Land unterschiedlich ausfallen – der Kern bleibt jedoch derselbe: Ohne MiCA-Lizenz darf Binance seine regulären Dienstleistungen in Europa nicht fortsetzen.
Auch die Kommunikation von Binance deutet darauf hin, dass eine Lizenz bis zur Frist nicht mehr zu schaffen ist.
CEO Richard Teng wandte sich heute direkt an europäische Nutzer und schrieb:
„An unsere Nutzer in Europa: Wir wissen, dass die Unsicherheit rund um die Regulierung frustrierend sein kann. Wir arbeiten weiter daran, in den kommenden Monaten eine MiCA-Lizenz zu erhalten. Dabei wollen wir so viel Klarheit wie möglich schaffen, Störungen begrenzen und Nutzer direkt auf dem Laufenden halten.“
Vor allem der Verweis auf „die kommenden Monate“ ist bezeichnend. Damit scheint Binance selbst anzuerkennen, dass das Unternehmen die europäischen Lizenzanforderungen kurzfristig nicht erfüllen wird.
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