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Binance hat nur noch genau eine Woche, um seine Präsenz in Europa zu sichern. Die weltweit größte Kryptobörse hat nach den neuen europäischen Krypto-Regeln keine Lizenz erhalten, gibt sich aber nicht geschlagen. Leicht wird das allerdings nicht.
„Binance verlässt Europa nicht“, sagte Gillian Lynch, Chefin für Europa und das Vereinigte Königreich, gegenüber Reuters. Der Antrag auf eine MiCA-Lizenz in Griechenland ist gescheitert, doch nach ihren Worten gibt es weitere Optionen.
MiCA ist das erste europäische Regelwerk, das alle Krypto-Unternehmen unter einheitliche Vorgaben stellt. Früher war in jedem Land eine eigene Genehmigung nötig, künftig reicht eine einzige, um in allen 30 Staaten des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) Dienste anzubieten.
Das Europäische Parlament verabschiedete das Gesetz 2023. Seit dem 30. Dezember 2024 benötigen Börsen und Broker eine Lizenz, bestehende Unternehmen erhielten jedoch eine Übergangsfrist bis spätestens 1. Juli 2026.
Binance stützt sich bislang noch auf einzelne nationale Registrierungen. Solche Registrierungen hatte die Börse unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien, Polen, Schweden und Litauen. Doch in einer Woche ist das faktisch wertlos.
„Möglicherweise gibt es schlicht einen anderen Weg zur Zulassung“, sagte Lynch. „Wenn es nicht Griechenland ist, schaue ich mir andere Alternativen an.“
Insidern zufolge hat Binance auch in Irland und Lettland angeklopft, ist jedoch überall abgeblitzt. Die Bedenken: frühere Geldwäsche-Strafen, eine komplexe internationale Struktur und eine Kultur, in der hohe Risiken eingegangen werden.
Vergangene Woche versuchte Binance selbst zu beruhigen und erklärte, man sei zuversichtlich, von der griechischen Aufsicht grünes Licht zu bekommen. Bis heute wurde keine offizielle Entscheidung veröffentlicht – doch die Zeit läuft.
Lynch betonte zudem, Binance habe massiv in Compliance investiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.500 Mitarbeitende in diesem Bereich und gibt an, im Zusammenhang mit dem Antrag keine offenen Probleme zu haben.
Ohne MiCA-Lizenz darf Binance ab dem 1. Juli keine europäischen Kunden mehr bedienen. Die Börse müsste ihre EU-Aktivitäten dann zurückfahren: keine Neukunden, keine Werbung, nur noch Auszahlungen und Überweisungen.
Die Aufsicht liegt bei den nationalen Behörden in den Ländern, in denen Binance aktiv ist. Sie können eingreifen – und wie konsequent das geschieht, unterscheidet sich von Land zu Land.
Einige Aufseher zeigen bereits klare Kante. Die französische Finanzaufsicht AMF warnte, dass ein Betrieb ohne Lizenz zu einer schwarzen Liste und sogar strafrechtlicher Verfolgung führen kann. Die Bußgelder reichen bis zu 5 Millionen Euro.
Kunden sollten ihre Kryptowährungen rechtzeitig umziehen – zu einer Börse mit Lizenz oder in eine eigene Wallet. Deine Bestände sind zwar nicht automatisch in Gefahr, doch wer bis nach dem 1. Juli wartet, könnte sich unnötigen Ärger einhandeln.
Binance gerät durch neue europäische Kryptoregeln unter Druck, während nur ein kleiner Teil des Handelsvolumens in Euro abgewickelt wird.
Quellen zufolge spielte EZB-Präsidentin Christine Lagarde eine Rolle bei den Problemen von Binance in Europa. Frankreich gilt nun als letzte Option.
Laut Reuters droht Binance der Verlust seiner EU-Lizenz, doch die Kryptobörse bestreitet Schwierigkeiten und erwartet Klarheit bis Juli.
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