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Ein hochrangiger Coinbase-Manager warnt, dass Änderungen der US-Stablecoin-Gesetzgebung die globale Position von Dollar-Stablecoins untergraben könnten, genau zu dem Zeitpunkt, an dem China seinen digitalen Yuan attraktiver macht.
Faryar Shirzad, Chief Policy Officer bei Coinbase, erklärte auf X, dass die Diskussion im US-Senat über die Zulassung von Belohnungen auf Stablecoins zu einem strategischen Fehltritt werden könnte. Seiner Meinung nach schwächt dies die Wettbewerbsfähigkeit von US-Stablecoins gegenüber ausländischen Alternativen und Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs).
Diese Warnung kommt nicht aus dem Nichts. Die People’s Bank of China teilte diese Woche mit, dass Geschäftsbanken ab dem 1. Januar 2026 Zinsen auf Guthaben in digitalen Yuan-Wallets gewähren dürfen. Damit entwickelt sich der e-CNY von einer digitalen Bargeldvariante zu etwas, das immer mehr einem vollwertigen digitalen Bankeinlagenkonto ähnelt.
Laut PBOC-Vizegouverneur Lu Lei erhält der digitale Yuan damit explizit Funktionen als Wertspeicher, Recheneinheit und Instrument für (grenzüberschreitende) Zahlungen.
In den USA liegt der Fokus auf dem sogenannten GENIUS Act, der im Juni verabschiedet wurde. Dieses Gesetz legt strikte Reserve- und Compliance-Anforderungen für Stablecoin-Emittenten fest, verbietet jedoch die direkte Auszahlung von Zinsen an Nutzer. Plattformen und Dritte dürfen jedoch Belohnungen anbieten, die indirekt mit der Nutzung von Stablecoins verbunden sind.
Shirzad warnt, dass eine erneute Öffnung oder Anpassung dieses Gesetzes unter dem Druck von Banklobbys das falsche Signal sendet: „Wenn dies im Senat falsch angegangen wird, geben wir unseren globalen Rivalen einen strategischen Vorteil in einem entscheidenden Moment.“
Kritiker meinen, Banken versuchen das Gesetz zu überarbeiten, um ihr eigenes Einlagenmodell zu schützen. Traditionelle Banken verdienen schließlich Zinsen auf Reserven bei der Zentralbank, während Sparer oft kaum Rendite erhalten. Stablecoins mit Belohnungen sind daher eine direkte Konkurrenz.
Auch Coinbase-CEO Brian Armstrong beteiligte sich an der Debatte und bezeichnete die erneute Öffnung des GENIUS Act als eine „rote Linie“. Er beschuldigte Banken, die Gesetzgebung nutzen zu wollen, um Innovationen zu bremsen und den Wettbewerb einzuschränken.
Laut Armstrong ist es ironisch, dass sich Banken gegen Stablecoin-Belohnungen wehren, während sie langfristig wahrscheinlich selbst Zinsen und Renditen auf digitale Dollars anbieten wollen. Er nannte die Lobbypraktiken „unethisch“ und prognostizierte, dass sie letztendlich scheitern werden.
Das Timing ist entscheidend. Während die USA mit internen Regelungen kämpfen, macht China schnelle Fortschritte, indem es den digitalen Yuan für Nutzer und Banken attraktiver macht. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass nicht-amerikanische digitale Zahlungsinfrastrukturen an Boden gewinnen, insbesondere im internationalen Handel und in aufstrebenden Märkten.
Der Kern von Shirzads Warnung ist klar: Die Stablecoin-Gesetzgebung betrifft nicht nur den Verbraucherschutz oder die finanzielle Stabilität, sondern auch den monetären Einfluss auf globaler Ebene. Wer hier jetzt zu vorsichtig oder protektionistisch handelt, riskiert strategisches Terrain zu verlieren.
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Stablecoins sind aktuell keine Gefahr für Banken, aber das könnte sich bald ändern. Das ist nötig dafür.
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