Die US-Kryptobörse Coinbase hat die Crowdfunding-Plattform Echo für 375 Millionen US-Dollar übernommen. Das von dem bekannten Trader Jordan Fish (besser bekannt als Cobie) gegründete Unternehmen ermöglicht es Nutzern, gemeinsam in frühe Krypto-Projekte zu investieren.
Der Deal schürt Spekulationen, dass sich Coinbase für eine mögliche Rückkehr von Initial Coin Offerings (ICOs) in Stellung bringt.
Crowdfunding über die Blockchain
Echo wurde im April 2024 in der Beta gestartet, um Communities die Möglichkeit zu geben, gemeinsam in aufstrebende Blockchain-Projekte zu investieren. In den acht Monaten seit dem Start wurden bereits 131 Deals abgeschlossen und 51 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das erste Projekt, das über die Plattform Kapital aufnahm, war Ethena, das Unternehmen hinter der schnell wachsenden, renditegenerierenden Stablecoin USDe.
Die Kernidee von Echo war simpel: die Kraft der Community nutzen, um frühe Finanzierungsrunden zugänglich zu machen – ohne auf traditionelle Venture-Capital-Strukturen angewiesen zu sein. Dieses Konzept erweist sich nun als besonders attraktiv für Coinbase, das zunehmend auf die onchain Beteiligung seiner Nutzer setzt.
„Ich hätte nie gedacht, dass Echo an Coinbase verkauft würde, aber hier sind wir“, schrieb Cobie auf X. „Heute hat Coinbase Echo für ungefähr 375 Millionen US-Dollar gekauft.“
Am Tag vor der Bekanntgabe überwies Coinbase zudem 25 Millionen USDC an Cobies Wallet – angeblich, um ein NFT zu kaufen und seinen Podcast UpOnly wiederzubeleben.
Echo bleibt vorerst eigenständig
Laut Cobie wird Echo „vorerst“ unter eigener Marke weiterbetrieben, das Softwareprodukt Sonar wird jedoch in Coinbase integriert. Sonar ist ein Tool, mit dem Gründer öffentliche Tokenverkäufe selbst auf Blockchains ihrer Wahl organisieren können, darunter Hyperliquid, Base, Solana und Cardano.
Coinbase erklärte, die Übernahme sei ein Schritt hin zu breiterer Community-Beteiligung:
„Die Integration der Echo-Tools ermöglicht uns direkte Teilnahme, bei der Projekte und Kapital vollständig onchain zusammenkommen.“
Das Unternehmen gibt an, der Fokus liege zunächst über Sonar auf Krypto-Token, langfristig wolle man mit der Echo-Infrastruktur jedoch auch tokenisierte Wertpapiere und Real-World Assets unterstützen.
ICOs feiern vorsichtiges Comeback
Die Übernahme fügt sich in einen breiteren Trend ein, in dem öffentliche Tokenverkäufe wieder an Boden gewinnen. Laut einem aktuellen Bericht von Tiger Research sehen die Analysten eine Wiederbelebung von Plattformen, die den ICO-Strukturen von 2017 ähneln – mit Namen wie Legion, Buidlpad, Sonar und Kaito als Vorreitern.

„Der ICO-Hype erreichte 2017 seinen Höhepunkt, brach danach jedoch aufgrund von Betrug und mangelnder Transparenz ein“, so Tiger Research. „Dennoch sehen wir jetzt eine Wiederbelebung öffentlicher Verkaufsmodelle. Sie bestehen fort, weil sie einen strukturellen Bedarf decken: Projekte können auf diesem Wege frühe Nutzer und Liquidität gewinnen.“
Coinbase scheint zu derselben Schlussfolgerung zu kommen. Durch die Übernahme von Echo erhält das Unternehmen direkten Zugang zur Infrastruktur, um öffentliche Tokenverkäufe und Community-Investitionen zu ermöglichen – etwas, das es womöglich in sein breiteres Ökosystem integrieren will.
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