Circle, das Unternehmen hinter dem Stablecoin USD Coin (USDC), steht unter Druck, nachdem sechzehn Krypto-Wallets im Zusammenhang mit einer Zivilklage in den Vereinigten Staaten eingefroren wurden. Laut dem Onchain-Forscher und Sicherheitsexperten ZachXBT geschah dies möglicherweise ohne ausreichende Begründung. Die Angelegenheit wirft erneut Fragen über die Macht der Stablecoin-Herausgeber über Nutzerfonds auf.
Forscher: Wallets fälschlicherweise verknüpft
Nach Angaben von ZachXBT wurden die eingefrorenen Wallets von verschiedenen Parteien genutzt, darunter Krypto-Börsen, Online-Casinos und Wechselstuben. Basierend auf den verfügbaren Daten hätten diese Adressen keine eindeutige Beziehung zueinander.
Der Forscher meint, dass einfache Untersuchungen bereits hätten zeigen können, dass es sich um betriebliche Unternehmenswallets mit tausenden Transaktionen handelte. Somit scheint die Verknüpfung mit der Klage seiner Ansicht nach ungerechtfertigt. Er fügte hinzu, dass der Fall mittlerweile abgeschlossen sei und es keinen gültigen Grund mehr gebe, die Gelder blockiert zu halten.
Wie kann Circle Guthaben einfrieren?
USDC ist ein Stablecoin, eine digitale Währung, die an den US-Dollar gekoppelt ist. Im Gegensatz zu Bitcoin (BTC), das vollständig dezentralisiert ist, wird USDC von einer zentralen Stelle ausgegeben und verwaltet: Circle.
Das bedeutet, dass Circle die technische Möglichkeit hat, Guthaben einzufrieren, beispielsweise auf Anfrage von Behörden oder bei juristischen Verfahren. Dieses Vorgehen steht schon länger im Fokus der Krypto-Branche.
Kritik an zentraler Kontrolle wächst
Die Situation verstärkt die zunehmende Kritik an zentralisierten Stablecoins. Mert Mumtaz, Gründer des Blockchainunternehmens Helius, betont, dass Guthaben in solchen Systemen jederzeit blockiert werden können. Er sieht darin einen grundlegenden Unterschied zu Bargeld oder vollständig dezentralisierten Kryptowährungen.
Einige Experten ziehen Parallelen zu digitalen Zentralbankwährungen, auch CBDCs (central bank digital currencies) genannt. Jean Rausis, Mitbegründer der Handelsplattform Smardex, sagt, dass zentralisierte Stablecoins in der Praxis bereits teilweise als von privaten Akteuren verwaltete Variante einer digitalen Zentralbankwährung fungieren.
Auch in der Politik gibt es Bedenken. Das ehemalige US-Kongressmitglied Marjorie Taylor Greene warnte früher, dass regulierte Stablecoins zu einem streng überwachten System ähnlich dem einer digitalen Dollarwährung heranwachsen könnten.
Vertrauen in Stablecoins erneut unter Druck
Die Kritik setzt das Vertrauen in Stablecoins unter Druck. Obwohl USDC eine wichtige Rolle auf dem Kryptomarkt spielt, zeigt dieses Ereignis, dass Nutzer weiterhin von der Partei hinter der Währung abhängig sind. Ob Circle auf die Anschuldigungen reagieren oder seine Verfahren anpassen wird, ist bislang unklar.
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