Anleger sollten in turbulenten Marktphasen, wie wir sie heute erleben, besonnen bleiben und nicht versuchen, den perfekten Kauf- oder Verkaufszeitpunkt zu finden. Das erläutert Larry Fink, der Chef des Vermögensverwalters BlackRock, in seinem jährlichen Brief an die Aktionäre.
Laut Fink zeigt die Geschichte, dass langfristiges Investiertbleiben in der Regel weitaus mehr einbringt, als auf kurzfristige Schwankungen zu reagieren.
Timing kann langfristig teuer werden
Fink erklärt, dass viele der stärksten Börsentage gerade in Zeiten großer Unsicherheit auftreten. Anleger, die in solchen Momenten abwarten, verpassen daher einen erheblichen Teil der endgültigen Rendite.
Er verweist auf die Entwicklung des US-Aktienmarkts in den letzten zwanzig Jahren. Eine Investition in den S&P 500 hätte sich in diesem Zeitraum mehr als achtfach erhöht. Wer jedoch nur die zehn besten Börsentage verpasste, behielt letztlich weniger als die Hälfte dieses Gewinns.
Marktvolatilität steigt durch Geopolitik und Technologie
Fink zufolge werden die Finanzmärkte heute zunehmend von schnell wechselndem Sentiment beeinflusst. Faktoren wie geopolitische Spannungen, Inflationstrends und technologische Durchbrüche führen zu stärkeren Kursbewegungen und Unsicherheit unter Anlegern.
Das macht es verlockend, auf kurzfristige Trends zu setzen, aber laut dem BlackRock-Chef ist das selten eine erfolgreiche Strategie.
Er hebt außerdem hervor, dass sich die Weltwirtschaft strukturell wandelt. Länder investieren immense Summen, um weniger abhängig von internationalen Lieferketten zu sein und ihre Energieversorgung, Verteidigung und technologische Infrastruktur zu stärken.
Diese Veränderungen schaffen ein neues wirtschaftliches Umfeld, in dem sich Anleger nicht zu sehr von täglichen Nachrichten leiten lassen sollten.
Künstliche Intelligenz könnte Ungleichheit vergrößern
In seinem Brief beschäftigt sich Fink ebenfalls mit dem rasanten Aufstieg der künstlichen Intelligenz. Diese technologische Revolution könnte laut ihm zu einer weiteren Konzentration von Vermögen führen. Die größten Gewinne fließen oft an Akteure, die bereits über finanzielle Vermögenswerte verfügen, wie etwa Aktien von Technologieunternehmen.
Das bedeutet, dass die jüngsten Kursanstiege an den Aktienmärkten zu einem großen Teil von einer relativ kleinen Gruppe von Unternehmen getragen werden, die von der KI-Trend profitieren. Dadurch könnte die Kluft zwischen wohlhabenden und weniger wohlhabenden Haushalten weiter wachsen.
BlackRock, mit einem verwalteten Vermögen von rund vierzehn Billionen Dollar, gilt als der größte Vermögensverwalter der Welt. Nachdem sie 2024 einen Bitcoin-ETF auf den Markt brachten, stieg auch das Ansehen der digitalen Währung in der traditionellen Finanzwelt.
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