Die Erleichterung auf den Märkten könnte nur von kurzer Dauer sein. Iran dementiert vehement jegliche Gespräche mit den Vereinigten Staaten.
Nach Angaben des iranischen Außenministeriums sind Trumps Aussagen über „produktive Gespräche“ nur ein Versuch, die Energiepreise zu drücken und Zeit für neue militärische Pläne zu gewinnen.
Iran weist Trumps Aussagen entschieden zurück
Die iranische Regierung hat Trumps Äußerungen energisch zurückgewiesen. Laut Teheran stimmt nichts an seinen Behauptungen über Gespräche und Annäherung zwischen den beiden Ländern.
Über das staatliche Medium Mizan ließ das Außenministerium verlauten, dass es keinen direkten oder indirekten Kontakt mit Trump gegeben habe. Die amerikanischen Äußerungen werden von Iran als „psychologische Kriegsführung“ bezeichnet.
Iran sieht die Realität anders. Trump habe seine Drohung, iranische Energieinfrastruktur anzugreifen, nach einer „nachdrücklichen Warnung“ aus Teheran zurückgezogen. Zudem betont das Land, dass die Lage in der Straße von Hormus sich nicht normalisieren wird, solange Spannungen und Rhetorik bestehen bleiben.
Iran erkennt jedoch an, dass es diplomatische Initiativen aus Ländern der Region gibt, um die Spannungen zu verringern. Doch laut Teheran sollten diese Bemühungen sich auf Washington konzentrieren, nicht auf Iran. „Wir sind nicht die Aggressoren in diesem Konflikt,“ heißt es in der Erklärung.
Markt steht vor Wahl: Trump oder Iran glauben
Für Investoren ist die Situation kompliziert. Bitcoin (BTC) sprang heute Abend um 5 % auf 71.300 Dollar, nachdem Trump einen Waffenstillstand verkündete. Der Ölpreis fiel um 14 % auf 96 Dollar. Doch wenn Iran die Gespräche bestreitet, welchen Wert hat der Waffenstillstand?
Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder finden tatsächlich Gespräche über Mittelsmänner statt, die Iran aus politischen Gründen nicht anerkennen kann. Es wäre nicht das erste Mal, dass Diplomatie im Verborgenen stattfindet, während beide Seiten öffentlich dementieren. Oder Trump hat die Wahrheit überdehnt, um die Märkte zu beruhigen und Zeit zu gewinnen, wie Iran es behauptet.
Volatilität unvermeidbar
Die kommenden Stunden sind entscheidend. Sollte der Markt zu dem Schluss kommen, dass Trumps Waffenstillstand auf wackeligen Beinen steht, könnte die heutige Erleichterung schnell verpuffen. Bitcoin könnte dann Richtung 68.000–69.000 Dollar fallen und der Ölpreis wieder auf 105–110 Dollar steigen.
Besteht Trump darauf, dass Fortschritte erzielt wurden, und kommen in den nächsten Tagen konkrete Signale einer Deeskalation, könnte der Markt die iranische Ablehnung als Gesichtswahrung abtun. In diesem Fall bleibt die Rallye bestehen.
Eines ist sicher: Nach Wochen voller Kriegswirren, Ultimaten und widersprüchlicher Signale hat sich der Markt daran gewöhnt, morgens in einer anderen Welt aufzuwachen als er abends ins Bett ging.
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