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Es ist ein äußerst schwieriges Jahr für Bitcoin (BTC). Der Kurs liegt 28 Prozent im Minus, und nach einer Kennzahl eines Nobelpreisträgers werden Investoren derzeit für ihre Risikobereitschaft hart abgestraft. Der Wert ist auf den niedrigsten Stand seit 2022 gefallen, doch genau darin steckt ein Hoffnungsschimmer.

Risikofreudige Anleger werden abgestraft

Die sogenannte Sharpe Ratio von Bitcoin ist Ende Juni nach Daten von CryptoQuant auf -21 gefallen. Inzwischen bewegt sich die Kennzahl knapp unter -20. So niedrig lag sie zuletzt in der Endphase des Bärenmarkts von 2022.

Die Sharpe Ratio beantwortet eine einfache Frage: Hat sich das eingegangene Risiko ausgezahlt? Die Kennzahl vergleicht die Rendite eines Vermögenswerts mit der risikofreien Rendite. Gemeint ist das, was ein Anleger verdienen kann, ohne etwas aufs Spiel zu setzen, etwa mit der Verzinsung von US-Staatsanleihen.

Die Differenz zwischen beiden Werten wird durch die Schwankungsbreite des Kurses geteilt. Je heftiger die Ausschläge, desto niedriger der Wert. Der Indikator geht auf den Nobelpreisträger William F. Sharpe zurück und gilt unter professionellen Investoren als Goldstandard.

Ein positiver Wert bedeutet, dass Investoren für das eingegangene Risiko belohnt werden. Ein negativer Wert signalisiert genau das Gegenteil.

Und das ist derzeit schmerzhaft sichtbar. Wer im vergangenen Jahr in Bitcoin investiert war, bekam die heftigen Kursschwankungen voll zu spüren und erzielte unterm Strich deutlich weniger als mit einer langweiligen, risikofreien Anlage. Die zehnjährige US-Staatsanleihe warf zuletzt rund 4,45 Prozent ab.

Professionelle Investoren nutzen die Kennzahl daher, um zu entscheiden, wie viel Kapital sie in einen Vermögenswert stecken wollen. Entscheidend ist dabei nicht, wie stark ein Coin gefallen ist, sondern wie viel Risiko dieser Verlust gekostet hat.

Ein Coin, der schrittweise um 30 Prozent fällt, verursacht weniger Stress und weist eine höhere Sharpe Ratio auf als ein Coin, der mit heftigen Ausschlägen auf denselben Verlust kommt. Bei einem solchen Verlauf traut sich ein Anleger daher eher eine größere Position zu.

Seltenes Bodensignal

Dennoch gibt es eine Kehrseite, die Optimisten aufhorchen lässt. Jedes Mal, wenn die jährliche Sharpe Ratio von Bitcoin dieses Niveau erreichte, war der Verkaufsdruck nahezu erschöpft.

Ähnliche Werte zeigten sich rund um die Tiefpunkte der Bärenmärkte von 2015, 2019 und 2022. Danach folgten jeweils eine Trendwende und deutliche Kursgewinne.

Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Bei diesen früheren Tiefpunkten verharrte die Ratio noch eine Zeit lang in der Nähe dieser Niveaus. Das Signal bedeutete also nicht, dass die Erholung bereits am nächsten Tag einsetzte.

Garantien liefert die Vergangenheit ohnehin nicht. Für Investoren, die seit Monaten auf einen Boden hoffen, ist es aber ein Hinweis darauf, dass die schlimmste Phase vorbei sein könnte. Zudem gibt es weitere Signale dafür, dass der Bärenmarkt in den letzten Zügen liegt.

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