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Der Bitcoin-Kurs bewegt sich seit Tagen seitwärts, doch unter der Oberfläche lässt der Druck auf den Markt spürbar nach. Neue Daten aus dem Bitcoin Impact Index zeigen, dass Anleger deutlich weniger Verluste realisieren als noch vor einigen Wochen. Auch die Zuflüsse in amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs bleiben positiv.
Abgesichert ist die Erholung damit jedoch noch nicht. Bitcoin (BTC) nähert sich einem Kursniveau, an dem viele jüngere Käufer ohne Verlust aussteigen können. Genau dort könnte neuer Verkaufsdruck entstehen.
Die realisierten Verluste von Bitcoin-Anlegern lagen über einen Zeitraum von sieben Tagen bei rund 231 Millionen Dollar. Das ist der niedrigste Stand seit zwei Monaten.
Realisierte Verluste entstehen, wenn Anleger ihre Bitcoin zu einem niedrigeren Preis verkaufen, als sie für den Coin bezahlt haben. Sinkende Verluste deuten darauf hin, dass immer weniger Investoren panisch aussteigen.
Auch der Saldo aus realisierten Gewinnen und Verlusten war erstmals seit Ende Mai wieder positiv. Anleger realisierten damit insgesamt mehr Gewinne als Verluste.
Laut Bitcoin Impact Index geht die Verbesserung vor allem auf kurzfristig orientierte Anleger zurück. Gemeint sind Investoren, die ihre Bitcoin erst vor vergleichsweise kurzer Zeit gekauft haben. Sie scheinen weniger bereit zu sein, ihre Coins mit Verlust zu verkaufen, obwohl der Bitcoin-Kurs weiterhin unter ihrem durchschnittlichen Einstiegspreis liegt.

Der Index lag in Woche 30 bei 39,6 Punkten. Damit bleibt der Markt in der Kategorie „erhöhte Repositionierung“. Einzelne Anlegergruppen passen also ihre Positionen an, von breiter Panik oder einer vollständigen Kapitulation kann jedoch keine Rede sein.
Auch von institutionellen Anlegern kamen vorsichtig positive Signale. Amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten erneut eine Woche mit Nettozuflüssen. Insgesamt flossen rund 33,8 Millionen Dollar in diese börsengehandelten Fonds.
Die Zuflüsse sind zwar überschaubar, zeigen aber, dass die Nachfrage größerer Anleger nicht vollständig versiegt ist. Das ist wichtig, weil frisches Kapital nötig ist, um möglichen Verkaufsdruck bestehender Bitcoin-Besitzer aufzufangen.
Gleichzeitig ging die Zahl der erzwungenen Positionsschließungen weiter zurück. Sowohl bei Long- als auch bei Short-Positionen lagen die Liquidationen bei rund 18 Millionen Dollar pro Tag.
Mit einer Long-Position setzen Anleger auf steigende Kurse. Bei einer Short-Position wird dagegen auf fallende Kurse spekuliert. Nutzen Händler zu viel geliehenes Kapital, kann bereits eine kleine Kursbewegung zur automatischen Schließung ihrer Position führen.
Die niedrigeren Liquidationen zeigen, dass ein großer Teil des überschüssigen Hebels aus dem Markt verschwunden ist. Damit sinkt das Risiko einer neuen Kettenreaktion erzwungener Verkäufe.
Trotz der verbesserten Marktbedingungen bleibt die Lage für kurzfristig orientierte Anleger anfällig. Rund 85 Prozent des nicht realisierten Werts innerhalb dieser Gruppe bestehen weiterhin aus Verlusten.
Der durchschnittliche Einstiegspreis kurzfristiger Anleger liegt bei etwa 68.000 Dollar. Solange Bitcoin darunter notiert, sitzt ein großer Teil der jüngeren Käufer auf Verlusten.
Steigt der Bitcoin-Kurs in Richtung 68.000 Dollar, könnten diese Anleger ihre Coins nahe ihrem Einstiegspreis verkaufen. Sie würden dann ohne Verlust aussteigen, könnten aber zugleich neuen Verkaufsdruck auslösen.
Das könnte erklären, warum der vorherige Anstieg über 67.000 Dollar nur kurz Bestand hatte. Dort traf der Markt auf Anleger, die ihre Position schließen wollten, sobald ihre Verluste kleiner wurden.
Für die längere Frist muss dieser Verkaufsdruck nicht zwingend negativ sein. Er kann auch auf eine gesunde Verlagerung von Bitcoin zu Anlegern hindeuten, die mehr Überzeugung mitbringen und ihre Coins länger halten wollen. Die Nachfrage muss dann allerdings groß genug sein, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen.
Der Markt bleibt unterdessen auffallend ruhig. Die realisierte Volatilität auf Wochenbasis fiel auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten. Auch die Volatilität über drei Monate erreichte den niedrigsten Wert seit dem Rekordkurs von Bitcoin im Oktober 2025.

Gleichzeitig stieg der Choppiness Index auf Tagesbasis auf 66 Punkte. Der Indikator zeigt, ob ein Markt klar steigt oder fällt oder sich richtungslos seitwärts bewegt.
Ein hoher Wert in Verbindung mit niedriger Volatilität deutet auf einen abwartenden Markt hin. In der Vergangenheit folgten auf solche Phasen häufig schnelle und deutliche Kursbewegungen. Der Indikator sagt jedoch nicht, ob diese Bewegung nach oben oder nach unten ausfällt.
Langfristig orientierte Anleger bauten ihre Bestände in der vergangenen Woche unterdessen um rund 6.000 BTC aus. Der Anstieg ist begrenzt, passt aber zu dem Bild, dass immer mehr Coins bei Anlegern landen, die weniger schnell verkaufen.
Der Bitcoin-Kurs bewegt sich derzeit um 64.000 Dollar. Dort verlaufen sowohl die Mittellinie der Bollinger-Bänder im Tageschart als auch das Fibonacci-Niveau von 0,236.
Ein überzeugender Anstieg über 68.000 Dollar würde viele jüngere Käufer wieder in die Gewinnzone bringen. Sollte Bitcoin diese Marke ohne starken Verkaufsdruck überwinden, könnte das darauf hindeuten, dass das Angebot kurzfristig orientierter Anleger absorbiert wird.
Bei einer Abweisung im Bereich von 68.000 Dollar könnte die Seitwärtsbewegung länger anhalten. Ein Rückgang unter 64.000 Dollar würde anschließend die Zone um 62.000 Dollar und den 200-Wochen-Durchschnitt wieder in den Fokus rücken.
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