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Die Deutsche Bank wird Bitcoin (BTC) und Ethereum (ETH) für große Kunden verwahren, wie das Institut heute mitteilte. Für Deutschlands größte Bank ist es der erste größere Schritt in einen Markt, in dem europäische Wettbewerber bereits weiter sind.
Institutionelle Kunden und Unternehmen können noch in diesem Jahr die beiden größten Kryptowährungen sowie mehrere Stablecoins bei der Bank verwahren lassen, darunter Circles an den Dollar gekoppelten USDC und den an den Euro gekoppelten EURC.
Das Frankfurter Institut verwaltet dabei die Private Keys, also die digitalen Schlüssel, die den Zugriff auf die Coins ermöglichen. Große Kunden müssen dadurch keine eigene kostspielige Sicherheitsinfrastruktur aufbauen.
Die Bank richtet sich an Vermögensverwalter, Hedgefonds, Broker, staatliche Institutionen und Unternehmen. Nach Angaben von Gerald Podobnik, Co-Leiter der Unternehmensbank, startet der Dienst zunächst in Deutschland.
Podobnik sieht Kryptowährungen nicht als Bedrohung für die eigene Branche. „Digitale Vermögenswerte ersetzen das traditionelle Finanzsystem nicht, sondern ergänzen es wesentlich“, sagte er.
„Wir sehen sie als zusätzliche Infrastruktur, die neben bestehenden Marktstrukturen bestehen kann“, sagte Podobnik.
Das hat Gewicht. Der Financial Stability Board (FSB), das internationale Gremium zur Überwachung der Finanzstabilität, zählt die Deutsche Bank zu jenen Instituten, deren Scheitern das globale System treffen würde.
Die Bank hatte bereits Ende 2020 angekündigt, Kryptowerte verwahren zu wollen. 2023 folgten ein Lizenzantrag bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin und eine Vereinbarung mit dem Schweizer Technologieunternehmen Taurus. Zwischen dem ersten Plan und dem ersten Kunden werden damit rund sechs Jahre liegen.
Der Aufbau brauche Jahre, sagte Podobnik. Das Angebot werde „Erträge liefern, sobald wir weitere Dienste hinzufügen“, sagte er Bloomberg. Prognosen nannte er nicht.
Hinter dem Schritt steht auch die neue Regulierung. MiCA, das europäische Kryptogesetz für Anbieter von Handel und Verwahrung, gilt seit dem 1. Juli vollständig.
Im Heimatmarkt ist die Deutsche Bank kein Vorreiter. Die Commerzbank erhielt bereits 2023 eine Verwahrlizenz, die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) verwahrt seit April 2024 Kryptowerte für institutionelle Kunden.
Die DZ Bank erhielt Ende 2025 unter MiCA die Genehmigung für ihre Kryptoplattform meinKrypto. Außerhalb Deutschlands handeln Kunden von BBVA bereits seit Oktober 2025 Bitcoin und Ether über die App.
In den Niederlanden bieten ABN AMRO, Rabobank und ING seit diesem Jahr Krypto-ETPs an, börsengehandelte Produkte, die den Kurs eines Coins abbilden.
Ihre MiCA-Lizenz erwartet die Deutsche Bank im Oktober, sagte Sprecher Heinrich Frömsdorf. Kommt sie rechtzeitig, könnten die ersten Kunden noch vor dem Jahreswechsel Kryptowerte bei der Bank hinterlegen.
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