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Die Märkte sind uneins darüber, ob die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwoch die Zinsen anhebt oder unverändert lässt. Gleichzeitig wächst unter Analysten die Einschätzung, dass der Bitcoin-Kurs diesmal weniger empfindlich auf die Zinsentscheidung reagieren dürfte als viele KI-Aktien.
Diese Entwicklung zeichnete sich bereits am Dienstag ab. Während Chipunternehmen und andere KI-Favoriten erneut deutliche Verluste verzeichneten, erholte sich der Bitcoin-Kurs von seinen vorherigen Rückgängen und blieb stabil knapp unter der Marke von 64.000 US-Dollar. Dies geschah im Vorfeld einer der unsichersten Fed-Sitzungen seit Jahren.
Laut dem CME FedWatch Tool preist der Markt derzeit eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent ein, dass die Federal Reserve den Leitzins unverändert lässt. Zugleich besteht weiterhin eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent für eine überraschende Zinserhöhung um 25 Basispunkte.
Diese Spaltung ist ungewöhnlich. Thahbib Rahman, Research-Analyst bei Block Scholes, hat alle Fed-Sitzungen seit 2015 ausgewertet und kam zu dem Schluss, dass Anleger nur zweimal zuvor ähnlich uneins über den Ausgang waren. Die Sitzung am Mittwoch, die zweite unter dem Vorsitz von Kevin Warsh, bezeichnet er daher als „eine der ungewissesten seit Jahren“.

Rahman zufolge liegt das auch daran, dass Warsh deutlich weniger Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs gibt als sein Vorgänger. Anleger haben dadurch weniger Orientierung für den nächsten Schritt der Notenbank.
Hinzu kommt, dass sich die Erwartungen in den vergangenen Wochen fortlaufend verschoben haben. Erfreuliche Inflationsdaten wechselten sich mit zunehmenden geopolitischen Spannungen, steigenden Ölpreisen und Sorgen über neue Importzölle ab.
Diese Unsicherheit war in den vergangenen Wochen auch an den Finanzmärkten sichtbar. Die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung schwankte stark, von rund 40 Prozent in Erhebungen von LSEG bis zu derzeit 30 Prozent laut dem CME FedWatch Tool. Damit zählt die Zinsentscheidung am Mittwoch zu den am schwersten prognostizierbaren Fed-Sitzungen der vergangenen Jahre.
Am auffälligsten ist womöglich, wie der Bitcoin-Kurs auf die gesamte Unsicherheit reagierte: kaum. Während Chiphersteller und andere KI-Favoriten in diesem Monat unter Druck gerieten, hielt sich Bitcoin überraschend robust.
Der Bitcoin-Kurs liegt im Juli rund sechs Prozent im Plus. Der S&P 500 bewegte sich im selben Zeitraum kaum, während ein Korb aus Halbleiteraktien um fast 20 Prozent fiel.
Vetle Lunde, Head of Research bei K33 Research, hält die abnehmende Korrelation für gut erklärbar. Der Nasdaq war nach einer starken Rally in den Juli gestartet, weshalb viele Anleger bereits stark in Technologieaktien investiert waren. Bitcoin bewegt sich dagegen seit Monaten in einer vergleichsweise engen Spanne.
Dadurch könnte die Zinsentscheidung der Federal Reserve in dieser Woche weniger Einfluss auf BTC haben als in früheren Phasen geldpolitischer Unsicherheit.
Von einer vollständigen Entkopplung kann allerdings noch keine Rede sein. Bei größeren Verwerfungen an den Finanzmärkten bewegt sich Bitcoin häufig weiterhin im Gleichlauf mit anderen Risikoanlagen. Das zeigte sich auch Anfang dieser Woche, als die Verkaufswelle bei KI-Aktien den Bitcoin-Kurs zunächst ebenfalls nach unten zog. Gleichzeitig scheint sich die Stimmung rund um Krypto aufzuhellen.
Äußert sich Fed-Chef Kevin Warsh am Mittwoch auch nur ansatzweise moderat zum künftigen Zinskurs, könnte der Bitcoin-Kurs seine relative Stärke gegenüber Aktien nach Einschätzung von Analysten weiter ausbauen.
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