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Der Ausverkauf bei asiatischen Technologiewerten setzt sich fort. Am Mittwoch gerieten vor allem Halbleiterwerte erneut stark unter Druck, nachdem auch an der Wall Street Chipaktien eine schwache Sitzung erlebt hatten.
In Südkorea brach SK Hynix um mehr als 15 Prozent ein, obwohl der Konzern erneut Rekordwerte bei Umsatz und Gewinn vorlegte.

Der Markt straft derzeit nicht nur schwache Zahlen ab. Anleger prüfen auch Bewertungen, Erwartungen und die Frage genauer, ob der KI-Boom noch genügend positive Überraschungen liefern kann.
SK Hynix gehört zu den größten Gewinnern des KI-Wettlaufs. Das Unternehmen liefert High Bandwidth Memory, eine Schlüsselkomponente für KI-Server. Die Aktie wurde dadurch in den vergangenen Jahren zu einem unmittelbaren Gradmesser für die Investitionen großer Hyperscaler in Rechenzentren und KI-Infrastruktur.
Gerade deshalb liegt die Messlatte extrem hoch. Obwohl SK Hynix Rekordergebnisse veröffentlichte, blieben die Zahlen hinter den Erwartungen der Analysten zurück. In diesem Markt reicht das für eine heftige Kursreaktion.
Auch Samsung Electronics verlor mehr als 8 Prozent. LG Innotek gab um 15 Prozent nach, Seoul Semiconductor fiel um 10 Prozent.

Die Schwäche beschränkte sich nicht auf Südkorea. In Japan verlor Kioxia 14 Prozent. Tokyo Electron gab um 12,6 Prozent nach, und SoftBank Group, das über seine Beteiligung an Arm als wichtiger KI-Gradmesser gilt, verlor fast 10 Prozent.
Auch TSMC, der wichtigste Chipproduzent der Welt, verlor in Taiwan fast 4 Prozent. In China gab der Hang Seng China Semiconductor Chips Index um mehr als 6 Prozent nach. Damit handelt es sich erneut um eine breite Korrektur innerhalb der asiatischen KI-Lieferkette.

Die Bewegung zeigt, wie eng asiatische Chipunternehmen inzwischen mit der amerikanischen KI-Story verbunden sind. Geraten Nvidia, AMD, Micron oder andere Halbleiterwerte in den USA unter Druck, überträgt sich die Stimmung in hohem Tempo auf Seoul, Tokio und Taipeh.
Analysten zufolge geht es vor allem um den Abbau gehebelter Positionen und um Gewinnmitnahmen. Nach den enormen Kursanstiegen bei KI-Aktien war viel Optimismus eingepreist. Da Anleger nun die Finanzierung des KI-Ausbaus, hohe Investitionsausgaben und wachsende Konkurrenz aus China kritischer sehen, weicht ein Teil dieser Euphorie aus dem Markt.
Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die fundamentale Investmentthese beschädigt ist. Mehrere Analysten bleiben langfristig positiv und sehen den jüngsten Rückgang sogar als Gelegenheit, qualitativ starke Unternehmen günstiger einzusammeln.
Auffällig war, dass chinesische Internetwerte in Hongkong besser abschnitten. Tencent und Meituan legten zu, auch Alibaba, Baidu und Kuaishou notierten im Plus. Das deutet auf eine Rotation innerhalb des asiatischen Technologiesektors hin: weg von überhitzten Chipwerten, hin zu Internetunternehmen, die weniger direkt vom Speicherzyklus abhängig sind.
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