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Fünf Jahre nachdem El Salvador als erstes Land weltweit Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt hat, setzt das Land bei Zahlungen im Alltag auf eine andere Lösung. Die neue App Sivar nutzt Stablecoins statt Bitcoin (BTC).

Präsident Nayib Bukele scheint sich damit nicht vollständig von Bitcoin abzuwenden, unterscheidet aber zunehmend zwischen zwei Funktionen.

Bitcoin bleibt vor allem als Reservevermögen interessant. Im Zahlungsverkehr setzen sich dagegen offenbar zunehmend Stablecoins durch.

Warum sich Bitcoin als Zahlungsmittel nicht durchgesetzt hat

Bitcoin sollte ursprünglich eine wichtige Rolle bei alltäglichen Zahlungen und Überweisungen aus dem Ausland spielen. Dazu kam es kaum.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) stellte bereits fest, dass Bitcoin in El Salvador nur begrenzt genutzt wurde. Lediglich ein kleiner Teil der internationalen Überweisungen wurde über Krypto-Wallets abgewickelt.

Ein wesentliches Problem waren die Kursschwankungen. Wer heute 100 Dollar erhält, will nicht riskieren, dass davon morgen nur noch 95 Dollar übrig sind.

Für Bitcoin-Anleger gehören solche Schwankungen dazu. Wer seiner Familie Geld für Lebensmittel schickt, hat andere Anforderungen.

Stablecoins übernehmen den Zahlungsverkehr

Hier setzt Sivar an. Die von Modveon entwickelte App nutzt Stablecoins. Die offiziellen Nutzungsbedingungen bestätigen, dass die Plattform digitale Wallets und Stablecoin-Transaktionen unterstützt.

Für Salvadorianer in den Vereinigten Staaten sollen Überweisungen in die Heimat dadurch einfacher und günstiger werden. Sivar berechnet eine feste Gebühr von 2 Dollar pro Überweisung.

Das ist für El Salvador von großer Bedeutung: Das Land erhält jedes Jahr Milliarden Dollar von Salvadorianern, die im Ausland arbeiten.

Bitcoin bleibt Teil der Strategie

Gibt Bukele damit seine Bitcoin-Strategie auf?

Nicht vollständig. Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem IWF wurde 2025 die Pflicht zur Annahme von Bitcoin aufgehoben und die Rolle der staatlichen Wallet Chivo zurückgefahren.

Der IWF teilte diesen Monat zudem mit, dass die operative Kontrolle über die staatliche Wallet inzwischen an einen privaten Betreiber übergeben wurde. Öffentliche Mittel seien nicht für zusätzliche Bitcoin-Käufe eingesetzt worden.

Bitcoin kann jedoch weiterhin als Reservevermögen gehalten werden. Damit zeichnet sich eine Trennung der beiden Funktionen ab.

Bitcoin als Gold, Stablecoins als Geld

Nach fünf Jahren scheint El Salvador eine pragmatische Aufgabenteilung anzustreben. Als wertstabiles Zahlungsmittel eignet sich Bitcoin weniger gut.

Für diesen Zweck liegen Stablecoins näher, weil ein digitaler Dollar auch am nächsten Tag noch ungefähr einen Dollar wert ist.

Bitcoin kann dagegen eine andere Funktion behalten: als Wertaufbewahrungsmittel. El Salvador wendet sich damit nicht zwangsläufig von Bitcoin ab.

Das Land scheint sich vielmehr von der Vorstellung zu verabschieden, dass ein einzelner Coin zugleich ideales Zahlungsmittel und Reservevermögen sein muss.

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