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Strategy hat die dritte Woche in Folge keine neuen Bitcoin gekauft. Eine Woche nach dem größten Bitcoin-Verkauf der Unternehmensgeschichte geht der Konzern nun auf andere Weise in die Defensive: mit mehreren Hundert Millionen Dollar zusätzlich in der Cash-Reserve.
Das soll die Märkte beruhigen und den Kreditprodukten wieder Auftrieb geben. Die Kosten tragen allerdings die eigenen Aktionäre.
Strategy teilte mit, zwischen dem 6. und 12. Juli durch die Ausgabe eigener Aktien (Ticker: MSTR) 466,7 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Bitcoin (BTC ) kaufte oder verkaufte das Unternehmen nicht. Der Bestand blieb damit bei 843.775 Coins. Zusammen sind sie mehr als 50 Milliarden Dollar wert.
Der Erlös floss in die Dollarreserve, die dadurch auf 3 Milliarden Dollar anwuchs. Strategy arbeitet bereits seit einiger Zeit an diesem Liquiditätspolster. Es ist Teil eines größeren Plans, mit dem das Unternehmen seine Kreditprodukte stabilisieren will.
Zunächst deckte diese Reserve Verpflichtungen für gut zweieinhalb Jahre ab, schrumpfte danach aber deutlich durch eine Schuldentilgung. Seitdem baut Strategy sie wieder auf. So soll das Vertrauen in die Kreditprodukte zurückkehren, damit das Unternehmen perspektivisch wieder mehr Bitcoin kaufen kann.
Für die Stammaktionäre hat das einen Preis. Ihr Anteil wird verwässert, jeder Anteilsschein steht also für einen kleineren Teil des Unternehmens. Genau dieser Schritt soll am Ende jedoch dazu führen, dass die Zahl der Bitcoin je Aktie steigt.
Der Bitcoin-Kurs ist seit der Ankündigung um einige Hundert Dollar gefallen und liegt nun bei rund 62.500 Dollar. Auch die MSTR-Aktie gibt leicht nach und notiert vorbörslich bei etwa 91,50 Dollar.
Das Modell von Strategy beruht auf einer einfachen Idee. Das Unternehmen nimmt Kapital auf und kauft damit Bitcoin. Anfangs geschah das vor allem über neue Aktien und Wandelanleihen, also Schuldtitel, die später in Aktien umgewandelt werden können.
Dieser Weg funktioniert, solange der Börsenwert des Unternehmens über dem Wert seiner Bitcoin liegt. Diese Prämie, in der Fachsprache mNAV, sorgt dafür, dass jede Aktienausgabe die Menge an Bitcoin je Aktie sogar erhöht.
Doch diese Prämie ist nahezu verschwunden. Über die gesamte Kapitalstruktur hinweg liegt die mNAV bei rund 1,03, nach mehr als 1,5 in besseren Zeiten. Betrachtet man nur die Stammaktien, wird der Bitcoin-Bestand sogar nur noch mit 66 Cent je Dollar bewertet.
In diesem Jahr stützte sich Strategy deshalb vor allem auf seine digitalen Kreditprodukte, um Bitcoin zu kaufen. Wegen Zweifeln an der Tragfähigkeit der Dividenden geriet aber auch diese Finanzierungsquelle ins Stocken.
Ende Juni legte das Unternehmen eine Antwort vor. Es führte sein Digital Credit Capital Framework ein, das die Kreditprodukte stabilisieren soll. Teil davon ist ein Verkaufsprogramm , über das Strategy Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar veräußern darf.
Jahrelang hatte Mitgründer und Executive Chairman Michael Saylor das Gegenteil vertreten: Bitcoin sei die letzte Reserve, die angetastet werde. Anfang Juni wurde bereits ein Verkauf von 32 BTC angekündigt, vergangene Woche folgte dann ein weiterer Verkauf im Wert von 216 Millionen Dollar.
Strategy hält weiter an seinem Ziel fest, so viele Bitcoin wie möglich zu sammeln. Zugleich hat das Unternehmen erklärt, digitales Kreditgeschäft erfordere „Liquidität, Disziplin und aktives Kapitalmanagement“.
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