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Michael Saylor hat sich offenkundig von seinem Grundsatz verabschiedet, ausschließlich Bitcoin (BTC) zu kaufen. Sein Unternehmen Strategy, der weltweit größte Bitcoin-Halter unter den Unternehmen, kündigte ein umfangreiches Bitcoin-Verkaufsprogramm an. Die Aktie legte dennoch um mehr als 12 Prozent zu.
Die MSTR-Aktie stieg gestern um 12,6 Prozent. Es war der beste Handelstag seit dem 6. Februar und der erste Tag im Plus nach neun Verlusttagen in Folge. Für das Unternehmen mit 847.363 Bitcoin im Wert von 50 Milliarden Dollar war das eine spürbare Entlastung nach einem Rückgang von rund 40 Prozent.

Der Kurs sprang nach der Ankündigung des „Digital Credit Capital Framework“ an. Mit dem Paket will Strategy seine Kreditprodukte stärken und die Bitcoin-Position langfristig absichern.
Anleger reagierten vor allem deshalb positiv, weil die Dividenden nun über die Barreserve für mehr als 17 Monate gedeckt sind. Zuvor hatte die Reichweite bei zehn Monaten gelegen. Strategy erhöhte seine Dollarreserve von 1,4 Milliarden auf 2,55 Milliarden Dollar.
Diese Dividende fließt größtenteils an die Inhaber der Vorzugsaktie STRC, die in diesem Jahr der wichtigste Finanzierungshebel für die Bitcoin-Käufe war. Über STRC nahm Strategy in den vergangenen Monaten Milliarden Dollar ein, um weitere Coins zu kaufen.
Die Kehrseite: Die Dividendenlast ist dadurch deutlich gestiegen, während die Dollarreserve zur Schuldentilgung stark in Anspruch genommen wurde. Um STRC wieder attraktiver zu machen, steigt die Dividende um 0,5 Prozentpunkte auf 12 Prozent.
STRC sollte ungefähr bei 100 Dollar handeln. Zu diesem Preis kann Strategy neue Papiere ausgeben, um damit Bitcoin zu kaufen. Der Kurs war auf ein Tief von knapp über 71 Dollar gefallen, legte gestern aber um fast 13 Prozent auf rund 84 Dollar zu.
Außerdem legt Strategy Rückkaufprogramme auf. Das Unternehmen darf eigene Kreditprodukte im Volumen von bis zu 1 Milliarde Dollar zurückkaufen sowie MSTR-Aktien im Umfang von weiteren 1 Milliarde Dollar. Bei niedrigen Kursen kann Strategy damit günstig zurückkaufen, was die Kurse stützt und die Dividendenlast senkt. Dieses Geld stammt nicht aus der Dollarreserve.
Schließlich darf Strategy nun Bitcoin im Wert von bis zu 1,25 Milliarden Dollar verkaufen, um die Dollarreserve aufzufüllen. Darüber hinaus kann das Unternehmen auch Coins veräußern, um Dividenden und Zinsen zu zahlen sowie Rückkäufe von Aktien und Kreditprodukten zu finanzieren.
Beim aktuellen BTC-Kurs entsprechen 1,25 Milliarden Dollar etwa 20.800 Bitcoin, rund 2,5 Prozent der 847.363 Coins in der Bilanz.
Analyst Mark Palmer von Benchmark-StoneX bezeichnet den Rahmen als „robust“ und hält an seiner Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 570 Dollar fest. „Strategy verwaltet inzwischen beide Seiten seiner Kapitalstruktur aktiv. Aus unserer Sicht ist das ein klarer Vorteil für die Aktionäre“, schrieb er.
Der Plan ist ein deutlicher Bruch mit Saylors langjährigem Grundsatz, niemals Bitcoin zu verkaufen. Ganz unantastbar war dieses Prinzip allerdings schon seit einiger Zeit nicht mehr: Strategy hatte 32 BTC verkauft, um zu zeigen, dass auch der Bitcoin-Bestand für Dividenden eingesetzt werden kann.
Das bedeutet nicht, dass Strategy die Möglichkeit zum Verkauf von Bitcoin im Umfang von 1,25 Milliarden Dollar zwangsläufig nutzt. Für den Kurs könnte die Option am Ende sogar positiv sein.
Die Unsicherheit, die wochenlang auf dem Markt lastete, ist damit vom Tisch. Mit einer klaren Obergrenze von 1,25 Milliarden Dollar wissen Anleger, woran sie sind.
Ein möglicher Verkauf müsste daher nicht mehr zwangsläufig einen heftigen Kurseinbruch auslösen. Im Gegenteil: Sobald er abgewickelt ist, könnte er am Markt sogar für Erleichterung sorgen.
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