Binance, die weltweit größte Krypto-Börse, richtet seinen Fokus erneut auf bekanntes Terrain. Nach Jahren rechtlicher und politischer Rückschläge versucht das Unternehmen, sich strategisch neu zu positionieren, um eine mögliche Rückkehr auf den US-amerikanischen Markt vorzubereiten.
Binance plant Rückkehr auf den US-Markt
Laut Bloomberg untersucht Binance eine Neustart seiner US-amerikanischen Sparte, um nach Jahren rechtlicher Probleme wieder Fuß in den USA zu fassen.
Quellen zufolge würde der Neustart in den USA mit einer vollständigen Rekapitalisierung der Tochtergesellschaft Binance.US einhergehen. Diese US-Sparte war einst eine der größten Krypto-Börsen im Land mit einem Marktanteil von über 35 Prozent, der inzwischen fast vollständig geschrumpft ist.
Um dies zu ermöglichen, erwägt das Unternehmen einen teilweisen Rückkauf oder eine Verwässerung des Anteils von Gründer Changpeng Zhao (CZ), der bis heute Hauptaktionär geblieben ist.
Durch diese Maßnahme könnte sich Binance von dem rechtlichen Schatten seines Gründers befreien, der zuvor wegen Versäumnissen in der Geldwäscheprävention zu vier Monaten Haft verurteilt wurde.
Begnadigung für CZ eröffnet neue Möglichkeiten
Der Schritt von Binance kommt nicht überraschend. Im Oktober gewährte Donald Trump eine präsidentielle Begnadigung für CZ, wodurch rechtliche Hindernisse beseitigt wurden, die Binance zuvor von einer Rückkehr auf den US-amerikanischen Markt abhielten.
Obwohl CZ durch die Begnadigung seine Strafe hinter sich lassen kann, scheint seine Zeit als zentrale Figur bei Binance zu Ende zu gehen. Seine Partnerin Yi He übernimmt eine prominentere Rolle im Unternehmen und wurde zur Co-CEO neben Richard Teng ernannt.
Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten und politischem Einfluss. Laut The Wall Street Journal arbeitet Binance eng mit World Liberty Financial, der Krypto-Initiative der Trump-Familie, zusammen. Die Börse soll aktiv bei der Einführung des Stablecoins USD1 geholfen haben. Diese Zusammenarbeit nährt Spekulationen, dass sie möglicherweise zur präsidentiellen Begnadigung für CZ beigetragen hat.
Wie Binance jahrelang Geldwäschegesetze ignorierte
Die Probleme für Binance begannen, als bekannt wurde, dass das Unternehmen systematisch die Bank Secrecy Act, ein US-amerikanisches Gesetz gegen Geldwäsche, missachtete. Die Justiz behauptete, dass Führungskräfte, darunter CZ, wussten, dass Kriminelle die Plattform nutzten, aber nichts dagegen unternahmen, um das Wachstum nicht zu gefährden.
Im November 2023 einigte sich Binance auf einen Vergleich in Höhe von über 4 Milliarden Dollar, und CZ trat zurück. Ihm wurde persönlich eine Geldstrafe von 50 Millionen Dollar auferlegt. Im April 2024 wurde er zu vier Monaten Haft verurteilt, auch aufgrund seiner Zusammenarbeit bei den Ermittlungen und der Tatsache, dass er keine Vorstrafen hatte.
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