Binance bereitet sich auf eine neue Phase bei der weltweiten Expansion seiner Dienste vor. Das Unternehmen kündigte heute eine Veränderung an der Konzernspitze an – welche konkreten Folgen das für die internationale Positionierung der Exchange haben wird, ist jedoch noch offen.
Co-CEO-Rolle soll Wachstum beschleunigen
Auf der Binance Blockchain Week gab CEO Richard Teng bekannt, dass Co-Founderin Yi He zur Co-CEO ernannt wurde. Teng bezeichnete diesen Schritt als „natürliche Weiterentwicklung“, da Yi He seit der Gründung von Binance eine prägende Rolle gespielt habe.

Mit der Ernennung erhält Yi He erstmals eine formelle Position in der obersten Führungsebene. Bisher trat sie vor allem als Chief Marketing Officer auf, mit Fokus auf die Binance-Community und die Entwicklung neuer Produkte. Laut Teng soll ihre Berufung das Wachstum in jenen Märkten vorantreiben, in denen Binance besonders unter Beobachtung steht.
Yi He gründete Binance 2017 gemeinsam mit Changpeng „CZ“ Zhao. Sie galt vor allem als die strategische Kraft hinter der rasanten Expansion von Binance in den Anfangsjahren. In Dubai sagte sie, dass das Führungsduo „zwei sehr unterschiedliche Perspektiven“ einbringe: Teng komme aus der Welt regulierter Finanzmärkte, während sie selbst tief in der Krypto-Kultur verwurzelt sei.
CZ trat nach Schuldeingeständnis zurück
Binance war in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand von Untersuchungen und Gerichtsverfahren. Der Führungswechsel an der Spitze beschleunigte sich im November 2023, als CZ zurücktrat und in einem Verfahren des US-Justizministeriums ein Schuldeingeständnis ablegte. Teng übernahm daraufhin die Leitung, nachdem er zuvor bereits für die internationalen Märkte außerhalb der USA verantwortlich gewesen war.
Die Ernennung von Yi He präsentiert Binance als Weg, die ursprüngliche Identität des Unternehmens zu bewahren und sich gleichzeitig weiter auf internationale Expansion unter strengeren Aufsichtsregeln zu konzentrieren. Zugleich bleibt die Frage, wie viel Spielraum intern für weitere Veränderungen bleibt – gerade jetzt, da Aufsichtsbehörden weltweit genauer auf Crypto-Exchanges schauen.
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