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Der südkoreanische Zahlungsdienstleister BC Card hat einen erfolgreichen Test abgeschlossen, bei dem ausländische Besucher in lokalen Geschäften mit Stablecoins bezahlen konnten. Mit diesem Pilotprojekt bereitet sich eines der größten Zahlungsunternehmen Südkoreas auf eine Zukunft vor, in der digitale Währungen eine größere Rolle im Zahlungsverkehr spielen.
Der Pilotversuch wurde in Zusammenarbeit mit dem Blockchain-Unternehmen Wavebridge, dem Wallet-Anbieter Aaron Group und dem Geldtransferunternehmen Global Money Express durchgeführt. Ausländische Nutzer konnten ihre Stablecoins, also digitale Coins mit einem stabilen Gegenwert wie dem US-Dollar, in digitale Prepaid-Karten umwandeln. Diese Karten konnten dann direkt bei südkoreanischen Einzelhändlern eingesetzt werden.
Laut BC Card war das kein vorübergehender Test. Das Unternehmen betrachtet den Pilotversuch als Teil einer umfassenderen Strategie, Zahlungen mit Stablecoins zu ermöglichen. Diese Entwicklung steht im Einklang mit den Änderungen in der südkoreanischen Gesetzgebung zu digitalen Währungen, die derzeit noch in Arbeit sind.
BC Card ist ein bedeutender Akteur im südkoreanischen Zahlungsverkehr. Das Unternehmen verarbeitet schätzungsweise mehr als 20 Prozent aller Kartenzahlungen im Land und bedient etwa 3,4 Millionen Einzelhändler. Der größte Anteilseigner ist KT Corp, eines der größten Telekommunikationsunternehmen Südkoreas.
Der Versuch ist Teil eines breiteren internationalen Trends. Stablecoins werden zunehmend als Alternative oder Ergänzung zu traditionellen Zahlungsmethoden wie Debitkarten und Banküberweisungen betrachtet. Laut Shehram Khattak, Rechtsberater bei der Krypto-Wallet Trust Wallet, werden traditionelle Banken ihre Systeme und Arbeitsprozesse grundlegend anpassen müssen, um relevant zu bleiben.
Der Aufstieg der Stablecoins erhöht auch den Druck auf Kreditkartenunternehmen. Lokale Medien berichteten, dass Zahlungsunternehmen sich beeilen, auf das schnelle Wachstum digitaler Währungen zu reagieren. In den Vereinigten Staaten soll die Kreditkartenbranche sogar eine gemeinsame Arbeitsgruppe gegründet haben, um die Auswirkungen von Stablecoins zu untersuchen.
Auch in Südkorea steht das Thema hoch auf der Agenda. BC Card hat ein internes Team gegründet, das die Entwicklungen auf dem in- und ausländischen Stablecoinmarkt verfolgt. Dennoch hinkt die Regulierung dem technologischen Fortschritt hinterher.
Anfang dieses Monats gelang es der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde Financial Services Commission nicht, rechtzeitig einen Gesetzentwurf für Stablecoins einzureichen. Die Verzögerung soll durch Meinungsverschiedenheiten mit der Zentralbank, der Bank of Korea, verursacht worden sein. Die Zentralbank möchte, dass kommerzielle Banken mindestens 51 Prozent Eigentum an Stablecoin-Emittenten haben, die eine Genehmigung erhalten wollen, während andere Aufsichtsbehörden für ein offeneres Ökosystem plädieren.
Trotz der Unsicherheit über die Regulierung nimmt die Akzeptanz von Stablecoins weiter zu. So erlaubte YouTube Anfang Dezember amerikanischen Creators, Einnahmen in PayPal USD, einer an den Dollar gebundenen digitalen Währung, zu erhalten. Auch der Zahlungsgigant Visa bietet mittlerweile Abwicklungsdienste mit Circles USDC für mehrere Finanzinstitute in den Vereinigten Staaten an.
Der erfolgreiche Test von BC Card zeigt, dass Stablecoins dem Alltag immer näher kommen. Ob diese digitalen Zahlungsmittel in Südkorea großflächig eingeführt werden, hängt letztlich von klaren Vorschriften und dem Vertrauen der Verbraucher und Einzelhändler ab.
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