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Gestern wurde bekannt, dass die Arbeitslosenquote in den USA auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gefallen ist. Das klingt zunächst nach guten Nachrichten, doch der Schein trügt. Der Rückgang ist nämlich nicht darauf zurückzuführen, dass mehr Menschen arbeiten, sondern darauf, dass zahlreiche Amerikaner die Suche nach einem Job aufgegeben haben.
Immerhin sorgte die Nachricht dafür, dass Bitcoin (BTC) und auch Gold deutlich zulegen konnten.
Erwartet worden war, dass die Arbeitslosenquote den vierten Monat in Folge bei 4,3 Prozent liegen würde. Tatsächlich fiel sie auf 4,2 Prozent, was auf den ersten Blick wie ein positives Signal für den US-Arbeitsmarkt wirkt.
Im Arbeitsmarktbericht hieß es außerdem, dass die Wirtschaft im Juni 57.000 neue Stellen geschaffen hat – etwa halb so viele, wie Ökonomen erwartet hatten. Es war das erste Mal seit März, dass das Stellenwachstum wieder enttäuschte.
Der eigentliche Knackpunkt liegt jedoch tiefer: Die Erwerbstätigen, also alle Menschen, die arbeiten oder aktiv einen Job suchen, schrumpfte um 720.000 Personen.
Die Beschäftigungsquote sank von 61,8 auf 61,5 Prozent. Sie zeigt, welcher Anteil der Erwachsenen zur potenziellen Arbeitnehmerschaft gehört. Abgesehen von der Corona-Zeit ist das der niedrigste Stand seit fünfzig Jahren.
Die Beschäftigungszahlen für April und Mai wurden zudem um 74.000 nach unten revidiert. Mike Reid, Leiter US-Volkswirtschaft bei RBC, spricht von einem „massiven Rückzug“.
„Es war schockierend zu sehen, dass 720.000 Menschen die Jobsuche komplett eingestellt haben und dass im Gastgewerbe Stellen gestrichen wurden“, schrieb Heather Long, Chefökonomin bei der Navy Federal Credit Union.
Der Rückgang wird häufig mit der Alterung der Bevölkerung und einer schrumpfenden Zahl von Einwanderern erklärt. Doch diese Erklärung überzeugt nur bedingt.
Der stärkste Rückgang entfiel ausgerechnet auf Menschen zwischen 25 und 54 Jahren. Ihre Beschäftigungsquote sank um 0,6 Prozentpunkte auf 83,3 Prozent, den niedrigsten Stand seit Dezember 2023.
„Wer sich die Statistiken jetzt ansieht, erkennt, dass dieses Argument nicht besonders tragfähig ist“, sagt Dan North, Senior Economist bei Allianz. Er verwende das Wort „alarmierend“ eigenen Angaben zufolge ungern, sehe in den Zahlen aber Anlass zur Sorge.
Nach dem Arbeitsmarktbericht ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Federal Reserve leicht gesunken. Daten von Polymarket zeigen, dass zuvor 56 Prozent der Wettenden auf eine Erhöhung in diesem Jahr gesetzt hatten; nun sind es 47 Prozent.
Der neue Fed-Vorsitzende Kevin Warsh hat bereits angedeutet, den Arbeitsmarktdaten weniger Gewicht beizumessen. Er orientiert sich lieber an den finanziellen Rahmenbedingungen und der Inflation selbst. Zwar erklärte er diese Woche, die „Inflationsrisiken seien gesunken”, er bleibe jedoch „entschlossen”, Preisstabilität zu gewährleisten – gemeint ist eine Inflation von 2 Prozent.
Weil die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung gesunken ist, gaben die Renditen von Staatsanleihen nach. Das belastete den Dollar. Bitcoin und Gold legten zu, da beide Anlagen selbst keine Zinsen abwerfen.
Der soeben veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht sendet widersprüchliche Signale. Dennoch legen Bitcoin, die Wall Street und Gold zu.
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