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Obwohl sich Iran derzeit im Krieg mit den Vereinigten Staaten befindet, bleibt das Land Teil von BRICS. 2024 trat Iran dem internationalen Staatenverbund bei und nutzt diese Position seither, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu nicht westlichen Ländern auszubauen. Nun könnte ein weiterer wichtiger Schritt folgen.
Iran will demnächst der New Development Bank (NDB) beitreten, der Entwicklungsbank der BRICS-Staaten. Das sagte Abdolnaser Hemmati, Präsident der iranischen Zentralbank, vor einem Treffen der BRICS-Finanzminister in Indien.
Die New Development Bank wurde 2015 von Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika gegründet. Sie finanziert unter anderem Infrastrukturprojekte und nachhaltige Entwicklung in Schwellenländern.
Seitdem sind weitere Länder beigetreten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten. Usbekistan wurde am 5. Juni als zehntes Mitglied aufgenommen.
Iran schloss sich 2024 BRICS an und hat seitdem mehrfach signalisiert, auch Anteilseigner der NDB werden zu wollen. Nach Angaben Hemmatis steht dieser Schritt nun kurz bevor.
„Das wichtigste Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen den BRICS-Mitgliedstaaten ist die Gründung der New Development Bank. Unser Land wird dieser Bank in Kürze beitreten“, sagte Hemmati laut iranischen Staatsmedien.
Für Iran ist ein Beitritt zu der Bank vor allem strategisch wichtig. Das Land steht weiterhin unter schweren US-amerikanischen und internationalen Sanktionen und sucht deshalb nach Wegen, Handel und Finanzierung weniger abhängig vom traditionellen Dollarsystem zu machen. Die NDB selbst hat eine mögliche iranische Mitgliedschaft gegenüber Reuters bislang nicht bestätigt.
Ein möglicher Beitritt Irans zur NDB fügt sich in eine breitere Strategie der BRICS-Staaten ein, Handel häufiger in nationalen Währungen abzuwickeln. Vor allem Länder, die von Sanktionen betroffen sind oder nur eingeschränkten Zugang zu westlichen Finanzmärkten haben – etwa Iran, aber auch Russland –, haben daran ein Interesse.
Hemmati zufolge können BRICS-Staaten ihren gegenseitigen Handel zunehmend in eigenen Währungen abwickeln. Iran strebt zudem bilaterale und trilaterale Währungsvereinbarungen mit anderen Mitgliedern des Staatenverbunds an.
Das bedeutet jedoch nicht, dass BRICS den US-Dollar kurzfristig vollständig ersetzt. Der Dollar bleibt weltweit in Handel, Reserven und internationaler Finanzierung dominant.
Für Iran könnte eine Beteiligung an der NDB dennoch zusätzlichen Zugang zu Finanzierung und wirtschaftlicher Zusammenarbeit außerhalb traditioneller westlicher Institutionen schaffen. Damit erhält die Erweiterung von BRICS erneut eine klare geopolitische Dimension.
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