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Die BRICS-Staaten prüfen, wie sich ihre nationalen Zahlungssysteme und digitalen Zentralbankwährungen miteinander verknüpfen lassen. Das sagte Sanjay Malhotra, Gouverneur der Reserve Bank of India (RBI), am Dienstag bei einer Veranstaltung in Mumbai. Indien will das Thema im kommenden Jahr beim jährlichen BRICS-Gipfel deutlich stärker auf die Agenda setzen.
Zur BRICS-Gruppe gehören unter anderem Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Malhotra zufolge liegt der Schwerpunkt darauf, grenzüberschreitende Zahlungen günstiger und schneller zu machen. Die Pläne befinden sich noch in einem frühen Stadium, doch die Mitgliedstaaten prüfen unter anderem Verbindungen zwischen nationalen Zahlungssystemen und den Einsatz digitaler Zentralbankwährungen (CBDCs).
Grenzüberschreitende Zahlungen seien für alle Beteiligten, auch innerhalb der BRICS, ein zentrales Thema, sagte Malhotra. Aus seiner Sicht gebe es erheblichen Spielraum, die Kosten zu senken.
Eine Möglichkeit besteht darin, bestehende nationale Zahlungssysteme direkt miteinander zu verbinden. Dadurch könnten Zahlungen zwischen Ländern schneller abgewickelt werden, ohne stets auf klassische Intermediäre angewiesen zu sein.
Zudem prüfen die BRICS-Staaten den Einsatz von CBDCs. Dabei handelt es sich um digitale Versionen nationaler Währungen, die direkt von Zentralbanken ausgegeben werden. Werden diese Systeme miteinander verknüpft, könnten internationale Transaktionen schneller und effizienter abgewickelt werden.
Die RBI will außerdem die internationale Nutzung der indischen Rupie ausweiten und den Einsatz lokaler Währungen im Welthandel fördern. Damit setzt BRICS eine Entwicklung fort, die sich bereits in den vergangenen Jahren abgezeichnet hat. Der Staatenbund will unabhängiger von bestehenden Finanzsystemen werden und arbeitet an einem eigenen Finanzsystem, in dem nationale Währungen eine größere Rolle spielen.
Malhotra sprach in seiner Rede auch über den Aufstieg künstlicher Intelligenz (KI) im Finanzsektor. Banken sollten KI aus seiner Sicht nicht nur als Risiko betrachten, sondern auch als Technologie, die aktiv genutzt werden könne.
Indische Banken könnten es sich nicht leisten, abzuwarten und nur zuzusehen, sagte er.
Die RBI will, dass Banken klar dokumentieren, welche KI-Modelle sie einsetzen, und dafür verbindliche Richtlinien festlegen. Zentralbanken weltweit verschärfen ihre Aufsicht über die Risiken von KI, darunter Cyberangriffe, operative Fehler und Herausforderungen bei der Kontrolle.
Malhotra zufolge schließen sich Innovation und Sicherheit nicht aus. Die Verbindung beider Ansätze solle ein robusteres und zukunftsfähigeres Finanzsystem schaffen.
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