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Die Märkte scheinen noch keine klare Lesart für den soeben veröffentlichten Arbeitsmarktbericht aus den USA gefunden zu haben. Der Beschäftigungsaufbau blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück, zugleich fiel die Arbeitslosenquote niedriger aus als prognostiziert.
Am Ende reagieren Bitcoin (BTC) und die Wall Street verhalten positiv, während Gold zum größten Gewinner werden dürfte.
Die US-Wirtschaft hat im Juni lediglich 57.000 neue Stellen geschaffen und damit die Erwartung von 114.000 klar verfehlt. Das steht in deutlichem Kontrast zu den vergangenen drei Monaten, in denen die Prognosen jeweils deutlich übertroffen wurden.
Gleichzeitig sank die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent, während mit 4,3 Prozent gerechnet worden war. Erstmals seit März fällt der Wert niedriger aus als erwartet, zudem ist es der tiefste Stand seit Juni 2025.
Kaum neue Stellen und zugleich eine sinkende Arbeitslosenquote: Das wirkt widersprüchlich. Die Erklärung liegt in der unterschiedlichen Erhebungsmethode.
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen stammt aus einer Unternehmensumfrage und misst, wie viele Menschen die Firmen eingestellt haben. Die Arbeitslosenquote basiert dagegen auf einer separaten Haushaltsbefragung, die erfasst, wie viele Menschen arbeiten oder Arbeit suchen.
Diese beiden Messungen zeigen nun in unterschiedliche Richtungen. Unternehmen stellten nur wenige neue Mitarbeiter ein, zugleich kamen aber auch kaum zusätzliche Arbeitssuchende hinzu. Unter anderem wegen der gesunkenen Zuwanderung wächst das Arbeitskräfteangebot in den USA kaum noch.
Dadurch reichten die 57.000 neuen Stellen aus, um alle im Arbeitsmarkt zu halten. Mehr noch: Die Arbeitslosenquote ging sogar zurück. Der Arbeitsmarkt ist damit nicht entspannter geworden, sondern eher etwas enger.
Für die Federal Reserve zählt vor allem diese Knappheit. Ein enger Arbeitsmarkt verschafft Beschäftigten mehr Verhandlungsmacht, wodurch Löhne steigen und die Inflation zunehmen kann.
Besonders die Dienstleistungsinflation reagiert darauf empfindlich. In Bereichen wie Gastronomie, Gesundheitswesen und Friseurhandwerk sind Löhne mit Abstand der größte Kostenfaktor, höhere Löhne schlagen sich daher nahezu unmittelbar in den Preisen nieder.
Das schwache Beschäftigungswachstum ist für die Notenbank daher kein Grund für einen milderen Kurs. Der Markt rechnet bereits seit einiger Zeit mit einer Zinserhöhung im Oktober oder Dezember, und dieser Bericht ändert daran wenig.
Der frisch ernannte Fed-Vorsitzende Kevin Warsh misst den Arbeitsmarktdaten ohnehin weniger Gewicht bei. Er richtet den Blick lieber auf die Finanzierungsbedingungen und die Inflation selbst, die weiterhin über dem Ziel von 2 Prozent liegt. Erst gestern sagte er, die Notenbank sei „entschlossen“, Preisstabilität zu erreichen, räumte aber zugleich ein, dass die „Inflationsrisiken zurückgegangen“ seien.
Der US-Dollar gab nach der Veröffentlichung sofort nach. Händler gewichteten zunächst also vor allem den enttäuschenden Beschäftigungsaufbau. Der Dollar hängt stark an den Zinserwartungen: Je geringer die Wahrscheinlichkeit einer Anhebung, desto weniger Rendite lockt und desto schwächer wird die Währung.
Andere Anlageklassen wie Gold, Aktien und Bitcoin bewegen sich häufig entgegengesetzt zum Dollar, weil sie von einer lockereren Geldpolitik der Notenbank profitieren. Gold machte den größten Sprung und gewann innerhalb von 15 Minuten 1,67 Prozent. Auch Bitcoin sowie der S&P 500 und der Nasdaq 100 legten leicht zu.
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