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Apple hat OpenAI wegen des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen verklagt. Nach Darstellung des iPhone-Konzerns soll das KI-Unternehmen Mitarbeiter gezielt dazu ermuntert haben, vertrauliche Informationen über künftige Apple-Produkte mitzunehmen. Die Klage markiert einen bemerkenswerten Bruch zwischen zwei Unternehmen, die in den vergangenen Jahren im Bereich künstliche Intelligenz eng zusammengearbeitet haben.
Apple reichte die Klage am Freitag bei einem Bundesgericht in Nordkalifornien ein. Neben OpenAI wird auch Tang Tan genannt, der Hardwarechef des KI-Unternehmens und frühere Spitzenmanager bei Apple. Das Verfahren könnte weitreichende Folgen für die ehrgeizigen Hardwarepläne von OpenAI haben.
Apple zufolge hat OpenAI über Jahre hinweg aktiv versucht, vertrauliche Informationen über neue Produkte zu beschaffen. Mitarbeiter sollen demnach dazu ermutigt worden sein, in Bewerbungsgesprächen Details zu noch nicht angekündigten Geräten, technischen Zeichnungen, Prototypen und internen Unterlagen offenzulegen.
Eine zentrale Rolle spielt nach Darstellung von Apple Tang Tan. Er war jahrelang Vice President für Produktdesign bei Apple und verantwortete unter anderem die Entwicklung von iPhone, Apple Watch und AirPods. Inzwischen leitet er die Hardware-Sparte von OpenAI.
Auch der frühere Apple-Ingenieur Chang Liu wird in der Klage genannt. Laut Apple lud er in den Wochen vor seinem Weggang Dutzende vertrauliche Dateien mit Informationen zu künftiger Hardware, technischen Spezifikationen und internen Präsentationen herunter. Liu wechselte im Januar zu OpenAI.
Darüber hinaus wirft Apple OpenAI vor, Mitarbeiter angewiesen zu haben, ihren Wechsel möglichst lange geheim zu halten. Sie sollen unter anderem instruiert worden sein, ihren neuen Arbeitgeber nicht offenzulegen, um länger Zugriff auf vertrauliche Systeme von Apple zu behalten.
Apple verlangt, dass OpenAI alle vertraulichen Informationen vernichtet und künftige Produkte anpasst, sofern darin Apple-Technologie oder Geschäftsgeheimnisse verarbeitet wurden. Zudem beantragt der Konzern ein Verfahren vor einer Jury.
OpenAI weist die Anschuldigungen entschieden zurück.
In einer Stellungnahme erklärte das Unternehmen:
„Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, innovative Technologie zu entwickeln, die Menschen überall auf der Welt stärkt.“
Die Klage steht für eine deutliche Eskalation im Verhältnis der beiden Unternehmen. OpenAI liefert derzeit Technologie für Apple Intelligence und unterstützt Teile von Siri. Zugleich haben sich die Beziehungen zuletzt verschlechtert, auch weil OpenAI den früheren Apple-Chefdesigner Jony Ive für die Entwicklung einer neuen Generation von KI-Geräten gewonnen hat.
Nach Angaben von Apple arbeiten inzwischen mehr als 400 ehemalige Apple-Mitarbeiter bei OpenAI.
Die Klage zeigt, wie hart der Wettbewerb um die nächste Generation von KI-Geräten geworden ist. Sowohl Apple als auch OpenAI investieren Milliarden in neue Hardware, in der künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielen soll. Apple arbeitet früheren Berichten zufolge unter anderem an smarten Brillen, mit Kameras ausgestatteten AirPods und weiteren KI-Produkten, die das Smartphone langfristig ergänzen sollen.
OpenAI baut unterdessen eine eigene Hardware-Sparte auf. Tang Tan verließ Apple 2024, um gemeinsam mit dem früheren Apple-Designer Jony Ive und der Designveteranin Evans Hankey das KI-Startup io Products zu gründen. OpenAI übernahm das Unternehmen im vergangenen Jahr für 6,5 Milliarden Dollar. Auffällig ist, dass Ive und Hankey in der Klage nicht genannt werden.
Apple zufolge versuchte der Konzern monatelang, den Konflikt außergerichtlich beizulegen. Das Technologieunternehmen gibt an, OpenAI aufgefordert zu haben, die Nutzung der mutmaßlichen Geschäftsgeheimnisse einzustellen und sämtliche vertraulichen Informationen zu vernichten. Da OpenAI darauf nach Darstellung von Apple nicht reagierte, entschied sich der Konzern schließlich für den Gang vor Gericht.
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