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Die SpaceX-Aktie legte am Donnerstag um gut 6 Prozent zu, obwohl zuvor eine massive Verkaufswelle befürchtet worden war. Für bis zu 911,5 Millionen Aktien lief die Verkaufsbeschränkung aus. Frühe Investoren und Mitarbeiter durften damit auf einen Schlag Aktien im Wert von rund 100 Milliarden Dollar verkaufen.
Dieses enorme zusätzlich verfügbare Aktienpaket hätte den Kurs erheblich belasten können. Dazu kam es jedoch nicht. Der Markt nahm das zusätzliche Angebot gut auf. Möglich ist zudem, dass Leerverkäufer den Kurs stützten, weil sie ihre Positionen schließen mussten, nachdem die erwartete Verkaufswelle ausblieb.
Die Freigabe sorgte für einen außergewöhnlich umsatzstarken Handelstag. Mehr als 255 Millionen SpaceX-Aktien wechselten am Donnerstag den Besitzer. Seit der ersten Handelswoche nach dem Börsengang war das Handelsvolumen nicht mehr so hoch gewesen.
Nach Einschätzung von Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo Markets, deutet die hohe Handelsaktivität darauf hin, dass einige frühe Investoren ihre Aktien tatsächlich verkauft haben. Dem stand jedoch ausreichend Nachfrage gegenüber, um den zusätzlichen Verkaufsdruck aufzufangen. Die SpaceX-Aktie beendete den Handelstag dadurch sogar gut 6 Prozent im Plus.
Diese Erholung ist bemerkenswert, denn einen Tag zuvor hatte SpaceX noch 14 Prozent verloren. Anleger reagierten am Mittwoch verunsichert auf die höher als erwartet ausgefallenen Ausgaben für künstliche Intelligenz in den ersten Quartalszahlen seit dem Börsengang. Trotz der Erholung vom Donnerstag notiert die Aktie weiterhin unter dem Ausgabepreis von 135 Dollar.
Auch Leerverkäufer spielten rund um das Auslaufen der Verkaufsbeschränkung eine wichtige Rolle. Am Mittwoch waren rund 36 Prozent der frei handelbaren SpaceX-Aktien leerverkauft. Diese Anleger hatten damit stark auf weitere Kursverluste gesetzt und lagen durch die vorangegangenen Verluste der Aktie auf dem Papier bereits mit mehr als 9 Milliarden Dollar im Gewinn.
Ein Teil dieser Positionen war vermutlich gezielt auf den Donnerstag ausgerichtet. Leerverkäufer rechneten damit, dass frühe Investoren und Mitarbeiter ihre nun frei gewordenen Aktien in großem Umfang verkaufen würden, was den SpaceX-Kurs weiter unter Druck gesetzt hätte.
Diese erwartete Verkaufswelle blieb jedoch aus. Weil der Markt das zusätzliche Angebot auffallend gut aufnahm, dürften einige Leerverkäufer Gewinne gesichert und Aktien zurückgekauft haben. Diese zusätzliche Nachfrage könnte den Kursanstieg von gut 6 Prozent weiter verstärkt haben.
Der mögliche Verkaufsdruck ist damit noch nicht vom Tisch. SpaceX hat einen auffallend komplexen Zeitplan, nach dem zu neun verschiedenen Terminen weitere Aktien für den Handel freigegeben werden. In den kommenden Monaten erhalten damit immer mehr Aktionäre die Möglichkeit, ihre Papiere zu verkaufen.
Ein wichtiger Termin folgt im Juni 2027. Dann läuft die Verkaufsbeschränkung für 6,4 Milliarden Class-A-Aktien von Elon Musk aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass Musk diese Aktien tatsächlich verkaufen wird. Ab diesem Zeitpunkt hätte er jedoch die Möglichkeit dazu.
Für Anleger werden die nächsten Freigabetermine daher zu wichtigen Belastungsproben. Entscheidend ist jeweils, ob genügend Käufer bereitstehen, um das zusätzliche Angebot aufzunehmen. Am Donnerstag gelang das überzeugend: Trotz der Freigabe von bis zu 911,5 Millionen Aktien schloss die SpaceX-Aktie gut 6 Prozent höher.
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