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Beschäftigte des Chipausrüsters ASML erhalten einmalig ein Aktienpaket im Wert von 20.000 Euro. Das Unternehmen aus Veldhoven informierte die Belegschaft per E-Mail. An die Regelung ist allerdings eine zentrale Bedingung geknüpft: Nur wer am 1. Januar 2030 noch bei ASML beschäftigt ist, kann das Aktienpaket einlösen.
Mit dem Aktienpaket will ASML seine Belegschaft nicht nur belohnen, sondern auch ans Unternehmen binden. Die Ankündigung folgt kurz nachdem der Chipmaschinenhersteller besser als erwartete Quartalszahlen vorgelegt hat. Zugleich ist weltweit ein harter Wettbewerb um technische Fachkräfte entbrannt.
Nach Angaben eines Sprechers soll das Aktienpaket die Leistung der Beschäftigten würdigen, vor allem aber den Beitrag, der in den kommenden Jahren nötig sein wird.
Die Aktien werden ab dem 1. Januar 2027 unter bestimmten Bedingungen zugeteilt. Entscheidend ist, dass Beschäftigte am 1. Januar 2030 weiterhin im Unternehmen sind. Details der Regelung will ASML später bekanntgeben.
Grundsätzlich soll das Aktienpaket für alle 44.500 Beschäftigten weltweit gelten, darunter rund 23.500 in Veldhoven. Sollten alle anspruchsberechtigt sein, würde die Regelung ASML knapp 900 Millionen Euro kosten. Wie viele Beschäftigte die Aktien am Ende tatsächlich erhalten, kann das Unternehmen noch nicht beziffern.
Mit der Konstruktion will ASML die Beschäftigten dazu bewegen, länger im Unternehmen zu bleiben. Wer vor 2030 geht, verliert den Anspruch auf das Aktienpaket.
Das kommt nicht überraschend. ASML will die Produktion in den kommenden Jahren weiter hochfahren und hatte bereits angekündigt, 2027 und 2028 zu expandieren. In einem angespannten Arbeitsmarkt ist es mindestens so wichtig, erfahrene Kräfte zu halten, wie neue Mitarbeiter zu gewinnen.
Das Aktienpaket hat auch eine Kehrseite. Anfang des Jahres hatte ASML angekündigt, dass 2027 rund 1.700 Stellen wegfallen sollen, davon etwa 1.400 in Veldhoven. Nach Gesprächen mit den Gewerkschaften wurde die Zahl auf weniger als 1.000 reduziert.
Ob Beschäftigte, die infolge dieser Umstrukturierung ihren Arbeitsplatz verlieren, dennoch für das Aktienpaket infrage kommen, ist noch offen. ASML will sich dazu derzeit nicht äußern.
Damit bleibt offen, wie das Unternehmen mit Beschäftigten umgeht, die ohne eigenes Verschulden vor dem 1. Januar 2030 ausscheiden. Gerade sie könnten unter den derzeitigen Bedingungen leer ausgehen. Wie ASML diesen Punkt am Ende regelt, dürfte entscheidend dafür sein, wie die Regelung intern aufgenommen wird.
Nach Einschätzung von Gerben Everts, Direktor der niederländischen Anlegervereinigung Vereniging van Effectenbezitters (VEB), kann ASML für die Regelung auf eigene Aktien zurückgreifen, die das Unternehmen zuvor zurückgekauft hat. Die Ermächtigung dafür erhält ASML üblicherweise auf der jährlichen Hauptversammlung.
Bei einem Aktienkurs von rund 1.500 Euro entspricht ein Paket im Wert von 20.000 Euro etwa 14 Aktien je Beschäftigtem. Gemessen an insgesamt mehr als 380 Millionen ausstehenden Aktien sei das nach Everts’ Einschätzung eine begrenzte Zahl.
Everts hält die Regelung für einen sinnvollen Weg, die Interessen von Beschäftigten und Aktionären stärker in Einklang zu bringen. Entwickele sich das Unternehmen gut, profitierten nicht nur die Aktionäre, sondern auch die Belegschaft.
Die Ankündigung kommt kurz nach starken Quartalszahlen. ASML erzielte im zweiten Quartal einen Umsatz von 9,3 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 2,9 Milliarden Euro, beides lag über den eigenen Erwartungen. Die Aktie legte daraufhin um sechs Prozent zu und trug dazu bei, dass der AEX erstmals die Marke von 1.100 Punkten überschritt.
Beschäftigte, die bis 2030 im Unternehmen bleiben, hängen am Ende allerdings vom Aktienkurs ab. Der tatsächliche Wert des Pakets richtet sich nach dem Kurs zu dem Zeitpunkt, an dem die Aktien frei werden.
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