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ASML hat seine Aktienrückkäufe deutlich ausgeweitet und zahlt dafür hohe Preise. Der niederländische Hersteller von Chipmaschinen kaufte in den letzten Juliwochen eigene Aktien im Wert von fast einer Milliarde Euro zurück. Was steckt dahinter?

ASML kauft mehr als 600.000 eigene Aktien zurück

Zwischen dem 13. und 31. Juli erwarb ASML nach eigenen Transaktionsberichten rund 643.795 eigene Aktien. Dafür gab der Konzern etwa 969 Millionen Euro aus, im Schnitt rund 1.506 Euro je Aktie.

De aandeleninkoop van ASML
ASML beschleunigt den Aktienrückkauf. – Quelle: ASML

Nach den Quartalszahlen vom 15. Juli zog das Tempo deutlich an. Zunächst lagen die Rückkäufe bei rund 16 Millionen Euro pro Handelstag, später bei fast 78 Millionen Euro.

Im gesamten zweiten Quartal hatte ASML eigene Aktien im Wert von etwa 1,1 Milliarden Euro zurückgekauft. Innerhalb von drei Wochen erreichte der Konzern damit bereits fast denselben Umfang.

Mitarbeiter erhalten Aktienpaket im Wert von 20.000 Euro

ASML hatte im Juli bekanntgegeben, dass nahezu jeder Mitarbeiter ein einmaliges Aktienpaket im Wert von 20.000 Euro erhält, das erst ab Anfang 2030 verkauft werden darf.

Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte das Unternehmen rund 44.500 Mitarbeiter. Das Programm hat damit einen Wert von etwa 890 Millionen Euro, was beim durchschnittlichen Rückkaufpreis rund 591.000 Aktien entspricht.

Das liegt nahe an den knapp 644.000 im Juli zurückgekauften Aktien, auch wenn ein direkter Zusammenhang nicht bestätigt ist. Der Rückkauf erfolgt im Rahmen eines Programms über 12 Milliarden Euro bis Ende 2028, von dem höchstens 2 Millionen Aktien für Vergütungsprogramme verwendet werden dürfen.

Warum zahlt ASML so hohe Preise?

Der Grund liegt im starken Kursanstieg durch den KI-Boom. ASML baut Maschinen, die Chipstrukturen mithilfe von Licht auf Siliziumscheiben übertragen, und ist der einzige Anbieter der modernsten Variante, der EUV-Maschine.

Chiphersteller investieren Milliarden in Fabriken für künstliche Intelligenz, und diese Ausgaben schlagen sich unmittelbar im Auftragsbestand in Veldhoven nieder.

Die Aktie liegt in diesem Jahr rund 45 Prozent im Plus. 2025 zahlte ASML im Schnitt etwa 715 Euro je Aktie, inzwischen sind es mehr als 1.500 Euro. Für denselben Betrag hätte das Unternehmen damals mehr als doppelt so viele Aktien kaufen können.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren kaufte ASML eigene Aktien im Wert von 29,25 Milliarden Euro zurück. Allein das vergangene Jahr machte ein Fünftel davon aus.

ASML Aktien eigene ausgab

So beeindruckend die Zahlen in diesem Jahr sind, die Aktie geriet in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck. Am 27. Juli fiel sie um mehr als 8 Prozent. Ein chinesisches Unternehmen stellt offenbar selbst DUV-Maschinen her – die einzige Kategorie, die ASML noch nach China exportieren darf.

Der Rest ist wegen US-Vorgaben bereits blockiert. China steht in diesem Jahr für rund 20 Prozent des Umsatzes, und dieser Anteil gerät nun unter Druck.

Der ASML-Kurs hat sich teilweise von einem Rückgang um 30 Prozent erholt. – Quelle: TradingView

Am vergangenen Mittwoch erreichte der Kurs 1.333 Euro und lag damit rund 30 Prozent unter dem Hoch vom 30. Juni. Inzwischen notiert die Aktie wieder mehr als 12 Prozent höher, während sich auch andere Chipwerte etwas erholt haben.

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