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Die Aktien von ASML und Besi gerieten am Montag stark unter Druck, nachdem Berichte über einen chinesischen Durchbruch bei Chipanlagen bekannt geworden waren.
Die ASML-Aktie verlor im Tief fast neun Prozent. Der Handel an der Euronext wurde wegen der starken Kursschwankungen zwischenzeitlich automatisch ausgesetzt. Auch bei Besi kam es nach einem deutlichen Rückgang zu einer sogenannten Volatility Pause.
Anleger reagieren auf Berichte, wonach China mit der Produktion eigener Immersions-DUV-Lithografiesysteme begonnen hat – einem Markt, in dem ASML über Jahre nahezu unangreifbar war.
Die Nachricht stammt vom Technologieportal The Information, das sich auf zwei anonyme Quellen beruft. Dem Bericht zufolge hat das chinesische Start-up Shanghai Yuliansheng Technology mit der Produktion von Immersions-DUV-Lithografiesystemen begonnen. Diese Anlagen werden zur Herstellung fortgeschrittener Chips eingesetzt und dürfen – anders als die moderneren EUV-Systeme – weiterhin von ASML nach China geliefert werden.
Shanghai Yuliansheng will demnach in diesem Jahr fünf DUV-Anlagen herstellen und im kommenden Jahr etwa zwanzig. Die ersten Systeme sollen an große chinesische Chiphersteller geliefert werden, darunter Semiconductor Manufacturing International (SMIC), Hua Hong Semiconductor und der Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT).
Sollten diese Anlagen tatsächlich erfolgreich in die Massenproduktion gehen, könnte dies die Abhängigkeit chinesischer Chipunternehmen von ASML schrittweise verringern.
Nach den Berichten nahm der Verkaufsdruck rasch zu. ASML gab einen vorherigen Kursanstieg von gut zwei Prozent vollständig wieder ab und verlor im Tief fast neun Prozent. Wegen der außergewöhnlich starken Kursbewegung wurde der Handel an der Euronext über eine sogenannte Volatility Pause vorübergehend automatisch ausgesetzt. Gegen Ende des Handelstages lag die Aktie noch immer mehr als sieben Prozent im Minus. Auch andere Branchenwerte gerieten deutlich unter Druck. ASMI verlor mehr als vier Prozent, während Besi um gut sieben Prozent nachgab und ebenfalls kurzzeitig vom Handel ausgesetzt wurde.

Nach Einschätzung von Jefferies-Analysten könnte die Nachricht darauf hindeuten, dass China bei eigenen Chipanlagen Fortschritte macht. Langfristig könnte das die Perspektiven von ASML in China belasten.
Gleichzeitig verweisen die Analysten auf eine wichtige Einschränkung. In der Vergangenheit gab es wiederholt Berichte über chinesische Alternativen zu ASML-Anlagen, die sich später als falsch oder stark übertrieben erwiesen. Ob die Produktion tatsächlich in großem Maßstab anlaufen kann, bleibt daher abzuwarten.
Zudem betont Jefferies, dass chinesische Chiphersteller voraussichtlich weiterhin ASML-Anlagen kaufen werden, solange dies möglich ist. Die Systeme aus den Niederlanden gelten qualitativ weiterhin als deutlich überlegen gegenüber chinesischen Alternativen.
Die Entwicklungen zeigen, dass China beim Aufbau einer eigenen Chipindustrie weiter große Schritte macht. Wegen der Exportbeschränkungen der USA und Europas investiert das Land seit Jahren massiv in heimische Alternativen zu westlicher Technologie.
Analysten bleiben dennoch vorsichtig. Die chinesischen DUV-Anlagen basieren auf älterer Technologie und müssen sich in der Praxis erst beweisen. Den Berichten zufolge werden in diesem Jahr etwa fünf Systeme produziert, bis 2027 soll die Zahl auf rund zwanzig steigen. Die ersten Lieferungen sind für chinesische Chiphersteller wie SMIC, Hua Hong Semiconductor und ChangXin Memory Technologies (CXMT) bestimmt.
Für Anleger bleibt die Entwicklung dennoch relevant. China ist seit Jahren ein wichtiger Absatzmarkt für ASML. Sollten chinesische Hersteller letztlich in der Lage sein, konkurrenzfähige DUV-Anlagen in großem Maßstab zu produzieren, könnte das langfristig Folgen für das Wachstum des Unternehmens haben. Vorerst verfügen die Anlagen von ASML nach Einschätzung von Analysten jedoch weiter über einen klaren technologischen Vorsprung.
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