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Weltweit machen sich Anleger erneut Sorgen. In den Vereinigten Staaten wächst die Angst, dass die Zentralbank vorerst an hohen Zinsen festhält, und in China fiel das Wirtschaftswachstum überraschend schwach aus. Die Folge? Fallende Aktienkurse, steigende Renditen und ein Bitcoin (BTC)-Kurs, der auf ein Tief abrutscht.
Die US-Börsen färben sich tiefrot. Vor allem Techwerte geraten unter Druck. Die Nasdaq verlor am Donnerstag bereits mehr als zwei Prozent, und Futures deuten auch am Freitag auf weitere Verluste hin. Der Grund: Anleger glauben immer weniger daran, dass die US-Zentralbank die Zinsen noch in diesem Jahr senken wird.
Auslöser sind Äußerungen mehrerer Fed-Vertreter, die auf eine robuste Wirtschaft und weiterhin zu hohe Inflation verweisen. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im Dezember auf unter fünfzig Prozent gefallen. Noch im Vormonat galt das als nahezu sicher.
Auch im Vereinigten Königreich griff die Unsicherheit um sich. Die Rendite zehnjähriger britischer Staatsanleihen stieg um 6 Basispunkte auf 4,50 Prozent, nachdem Finanzministerin Rachel Reeves ankündigte, auf eine geplante Einkommensteuererhöhung zu verzichten. Das wirft Fragen auf, wie sie das Haushaltsdefizit dann schließen will. Insider zufolge ist die Kehrtwende eine Reaktion auf verbesserte Konjunkturerwartungen.
Der Bitcoin-Kurs fiel heute sogar auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten, belastet vom negativen Sentiment an den Finanzmärkten. Der Kryptomarkt litt nicht nur unter der Zinsangst, sondern auch unter enttäuschenden Daten aus China. Das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verlangsamte sich unerwartet, begleitet von einem auffällig starken Rückgang bei Investitionen und Industrieproduktion.
Laut Ökonom Arnaud Girod von Kepler Cheuvreux ist „die Nervosität an den Märkten deutlich spürbar und kommt aus mehreren Richtungen zugleich“. Er fügte hinzu: „Jede Absage der Fed an Zinssenkungen ist eine schlechte Nachricht für Anleger. Wenn der Fed nicht genug Daten vorliegen, wird sie die Zinsen nicht senken.“
Anleger warten am Freitag vor allem auf neue Reden von drei Fed-Vertretern, darunter Jeffrey Schmid, der im geldpolitischen Ausschuss stimmberechtigt ist. Ihre Aussagen könnten neue Hinweise auf den Zinskurs der kommenden Monate liefern.
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