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Die Zentralbanken haben ihre Goldreserven im Mai erneut deutlich aufgestockt. Vor allem Länder wie Polen, China und Usbekistan kauften große Mengen hinzu. Zugleich zeigt eine neue Untersuchung, dass das Vertrauen der Zentralbanken in Gold so groß ist wie nie zuvor – obwohl der Goldpreis zuletzt erheblich unter Druck geraten ist.

Polen und China bleiben die größten Käufer

Nach Daten des World Gold Council kauften Zentralbanken im Mai netto 41 Tonnen Gold. Damit setzte sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre fort. Die Käufe kamen vor allem von einer festen Gruppe von Ländern, die ihre Goldreserven seit Längerem ausbauen.

Polen war im Mai erneut der größte Käufer und erwarb 18 Tonnen Gold. Seit Jahresbeginn summieren sich die Käufe damit auf 64 Tonnen. Die polnische Zentralbank hält inzwischen 614 Tonnen Gold und nähert sich damit ihrem Ziel von 700 Tonnen.

Auch die chinesische Zentralbank setzte ihre Käufe fort. China nahm im Mai 10 Tonnen in die Reserven auf. Es war der zwanzigste Monat in Folge, in dem das Land netto Gold kaufte, und der größte monatliche Zukauf seit Dezember 2024. Seit Jahresbeginn hat China insgesamt 25 Tonnen Gold hinzugefügt, wodurch der offizielle Goldbestand auf rund 2.331 Tonnen gestiegen ist.

Usbekistan und Kasachstan kauften zudem 9 beziehungsweise 7 Tonnen Gold. Singapur stockte seine Reserven erstmals seit September 2025 wieder auf und erwarb 4 Tonnen.

Nicht jedes Land kaufte Gold hinzu. Russland verkaufte im Mai 6 Tonnen, die Türkei baute ihren Goldbestand um 3 Tonnen ab. Seit Jahresbeginn hat die Türkei insgesamt 81 Tonnen verkauft, während Russland auf Nettoverkäufe von 34 Tonnen kommt.

Vertrauen in Gold erreicht Rekordniveau

Neben den monatlichen Käufen zeigt auch eine jährliche Umfrage des World Gold Council, dass Zentralbanken Gold weiterhin positiv einschätzen. 89 Prozent der befragten Zentralbanken erwarten, dass die weltweiten Goldreserven in den kommenden zwölf Monaten weiter wachsen werden.

Zudem rechnen 45 Prozent damit, dass ihre eigene Zentralbank den Goldbestand weiter ausbauen wird. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Umfrage.

Nach Einschätzung der Forscher bleibt Gold als strategische Reserve attraktiv. Zentralbanken setzen dabei nahezu immer auf direkte Käufe am OTC-Markt, bei denen Gold außerbörslich unmittelbar zwischen den Parteien gehandelt wird. Nur ein kleiner Teil nutzt dafür Gold-ETFs.

Die anhaltende Nachfrage fügt sich in einen breiteren Trend ein. Seit 2022 haben Zentralbanken jedes Jahr außergewöhnlich viel Gold gekauft. 2022 wurde mit 1.082 Tonnen ein Rekord erreicht, gefolgt von 1.037 Tonnen im Jahr 2023 und 1.092 Tonnen im Jahr 2024. Zwar gingen die Käufe 2025 auf 863 Tonnen zurück, lagen damit aber weiterhin deutlich über dem Durchschnitt von rund 470 Tonnen pro Jahr im Zeitraum von 2010 bis 2021.

Goldpreis bleibt unter Druck

Trotz der anhaltenden Käufe der Zentralbanken stand der Goldpreis in den vergangenen Monaten weiter unter Druck. Im Juni fiel der Preis um mehr als 11 Prozent von 4.535 Dollar auf 4.020 Dollar. Es war der vierte Monat in Folge mit einem Minus für Gold und damit die längste Verlustserie seit 2022.

Der Goldkurs im Monatschart. (Quelle: Tradingview)

Heute erholt sich der Preis auf rund 4.134 Dollar, ein Plus von etwa 2,6 Prozent. Die Erholung folgt auf den uneinheitlichen Arbeitsmarktbericht aus den Vereinigten Staaten. Zwar fiel die Arbeitslosenquote niedriger aus als erwartet, doch die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung ist leicht gesunken. Das Beschäftigungswachstum enttäuschte deutlich, wodurch der Dollar unter Druck geriet und Gold ebenso wie Bitcoin und die Wall Street profitieren.

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