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Die britische Finanzaufsicht Financial Conduct Authority (FCA) prüft neue Regeln für tokenisiertes Gold. Im Fokus steht dabei eine bemerkenswerte Anwendung: Gold, das digital abgebildet wird und an professionellen Finanzmärkten als Sicherheit dienen kann.
Die Entwicklung könnte weitreichende Folgen haben. London zählt zu den wichtigsten Handelsplätzen für Gold weltweit. Neue britische Regeln könnten daher am Ende auch Banken und Händler außerhalb des Vereinigten Königreichs betreffen.
Nach Informationen der Financial Times hat die FCA Gespräche mit Banken und weiteren Akteuren aus der Finanzbranche geführt. Die Aufsicht soll Rückmeldungen für einen möglichen neuen Regulierungsrahmen sammeln. Wann dieser vorgestellt wird, ist noch offen.
Tokenisiertes Gold ist eine digitale Abbildung von physischem Gold. Ein Token kann etwa an eine bestimmte Goldmenge gekoppelt sein, die tatsächlich in einem Tresor verwahrt wird.
Wird ein solcher Vermögenswert digital verfügbar gemacht, lässt er sich in modernen Finanzsystemen leichter handeln und abwickeln. Die FCA untersucht konkret, ob tokenisiertes Gold auch als Sicherheit eingesetzt werden kann.
Sicherheiten spielen an den Finanzmärkten eine zentrale Rolle. Banken und andere Marktteilnehmer nutzen Vermögenswerte, um Risiken bei Transaktionen zu begrenzen. Durch die Tokenisierung könnte Gold für solche Geschäfte schneller und einfacher eingesetzt werden.
Die Entwicklung passt zum breiteren Aufstieg von Real-World Assets (RWA). Dabei werden traditionelle Vermögenswerte digital abgebildet, damit sie in blockchainbasierten Finanzsystemen genutzt werden können.
Neue britische Regeln könnten weit über den heimischen Markt hinausreichen. London ist weltweit der größte Handelsplatz für Goldgeschäfte, die direkt zwischen Marktteilnehmern abgewickelt werden. Dieser Markt ist als außerbörslicher Handel (OTC) bekannt.
Nach Angaben des World Gold Council laufen rund 70 Prozent des weltweiten nominalen Handelsvolumens mit Gold über London.
Wird tokenisiertes Gold dort in größerem Umfang zugelassen, könnte das für internationale Banken, Händler und andere Finanzinstitute relevant werden.
Das Vereinigte Königreich sieht in der Tokenisierung zudem größere wirtschaftliche Chancen. Eine von der britischen Regierung unterstützte Taskforce erklärte im Juli, die Technologie könne die jährliche Wirtschaftsleistung des Landes bis 2035 um bis zu 33 Milliarden britische Pfund erhöhen. Umgerechnet entspricht das rund 44 Milliarden US-Dollar.
Die britischen Pläne enden nicht bei Gold. Das Land will Anfang 2027 seine erste tokenisierte Staatsanleihe ausgeben.
Eine Staatsanleihe ist ein Kredit an den Staat. Bei einer tokenisierten Variante wird das Finanzprodukt digital ausgegeben und abgewickelt, während die zugrunde liegende Verpflichtung weiterhin beim britischen Staat liegt.
Ziel ist es, solche digitalen Wertpapiere künftig in größerem Umfang für den Handel, die Abwicklung von Transaktionen und als Sicherheit einsetzen zu können.
Spezifische Regeln für tokenisiertes Gold könnten dabei ein nächster Schritt sein. Welche Anforderungen die FCA genau stellen will und wann der Regulierungsrahmen erscheint, ist bislang nicht bekannt.
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