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Visa macht einen großen Schritt in den Stablecoin-Markt. Der Zahlungsriese führt die Visa Stablecoin Platform ein, eine neue Infrastruktur, über die Banken, Fintechs und Zahlungsdienstleister Stablecoins ausgeben, verwalten und in ihre bestehenden Zahlungssysteme einbinden können. Damit will Visa digitale Dollar für sein Netzwerk aus mehr als 15.000 Finanzinstituten und über 200 Millionen angeschlossenen Unternehmen leichter nutzbar machen.
Mit der neuen Plattform müssen Finanzinstitute keine eigene technische Infrastruktur mehr aufbauen, um mit Stablecoins zu arbeiten. Visa stellt eine zentrale Umgebung bereit, in der Teilnehmer Stablecoins erzeugen, versenden, verwahren und einlösen können, während die Anbindung an bestehende Zahlungs- und Treasury-Prozesse erhalten bleibt.
Nach Angaben von Rubail Birwadker, der bei Visa weltweit für Wachstum verantwortlich ist, geht es dabei nicht nur um den Zugang zu Stablecoins. Entscheidend sei, dass diese digitalen Währungen reibungslos mit den Systemen zusammenarbeiten, die Banken und Zahlungsunternehmen bereits nutzen.
Für Händler und Unternehmen kann das erhebliche Vorteile bringen. Stablecoin-Zahlungen lassen sich nahezu in Echtzeit abwickeln und verursachen in der Regel deutlich geringere Transaktionskosten als klassische internationale Zahlungen. Zudem werden Transaktionen auf einer Blockchain dokumentiert, was sie transparent und schwer manipulierbar macht.
Zum Start unterstützt die Plattform Open USD (OUSD), einen neuen Stablecoin von Open Standard. Dabei handelt es sich um ein Konsortium großer Finanzakteure, zu dessen Partnern Visa gehört. OUSD ist der erste Stablecoin, der vollständig in die neue Plattform integriert wird.
Damit baut Visa seine bestehenden Stablecoin-Aktivitäten weiter aus. Das Unternehmen unterstützt bereits unter anderem USDC von Circle und USDG von Paxos. Nach Darstellung von Visa dient die neue Plattform als übergreifende Infrastruktur, in der diese Stablecoin-Dienste zusammengeführt werden.
Visa experimentiert seit Längerem mit Blockchain-Technologie. Im Jahr 2020 wurde das Unternehmen zum ersten globalen Zahlungsnetzwerk, das Transaktionen mit USDC abwickelte. Ende vergangenen Jahres folgte ein Programm, mit dem Stablecoins für die Abwicklung von Zahlungen zwischen Finanzinstituten genutzt werden konnten.
Visa ist nicht der einzige große Zahlungsabwickler, der auf Stablecoins setzt. Auch Mastercard und American Express sind Open Standard angeschlossen und unterstützen die Einführung von OUSD.
Mastercard kündigte im vergangenen Monat ebenfalls an, dass Banken und Zahlungsdienstleister Kartentransaktionen mit regulierten Dollar-Stablecoins abwickeln können. Zudem arbeitet das Unternehmen unter anderem mit MoonPay und Paxos zusammen, um Stablecoins für Zahlungen über Mastercard-Karten verfügbar zu machen.
Mit der Einführung der Visa Stablecoin Platform verlagert sich der Wettbewerb zwischen den größten Zahlungsnetzwerken damit immer deutlicher in den Markt für digitale Dollar.
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