Große internationale Zahlungen müssen schneller und günstiger werden, finden viele Unternehmen aus der Finanzbranche. Das US-Unternehmen Western Union will nicht länger an der Seitenlinie bleiben und arbeitet an einer eigenen Stablecoin. Doch wie sehr wird das die Art verändern, wie Millionen Menschen Geld an ihre Familien ins Ausland schicken?
150 Millionen Kunden erhalten Zugang zu digitalen Dollars
Western Union bestätigte während einer Präsentation für Investoren, dass es Solana (SOL) als Blockchain für das neue Projekt nutzt. Das Unternehmen entwickelt eine Stablecoin namens US Dollar Payment Token (USDPT) sowie ein Netzwerk mit dem Namen Digital Asset Network. Partner ist die Anchorage Digital Bank, ein auf Krypto in der Finanzbranche spezialisiertes Unternehmen.
Die Stablecoin soll in der ersten Hälfte 2026 verfügbar sein. Kunden können USDPT dann über angeschlossene Börsen nutzen. Western Union vergleicht den Ansatz mit der Art und Weise, wie PayPal seine eigene Kryptowährung PYUSD unter anderem bei Binance verfügbar gemacht hat.
Neben dem Versand digitaler Dollars soll das Digital Asset Network auch als sogenannte Cash Off-Ramp dienen. Das heißt, Nutzer können Krypto in lokale Währungen umtauschen. Western Union zählt nach eigenen Angaben mehr als 150 Millionen Kunden in über 200 Ländern und Regionen, die davon profitieren könnten.
Die Wahl von Solana ist kein Zufall. Das Netzwerk ist für hohe Transaktionsgeschwindigkeiten und niedrige Kosten bekannt. CEO Devin McGranahan sagte während des Money 20/20 USA in Las Vegas, sein Unternehmen habe mehrere Optionen geprüft. Am Ende kam das Gremium zu dem Schluss, dass Solana die richtige Wahl sei, um eine Plattform zu bauen, die für große Institutionen geeignet ist.
GENIUS Act gibt Western Union grünes Licht für Krypto
Auch andere bekannte Zahlungsdienstleister machen Schritte in Richtung Stablecoins. Der Eigentümer von Zelle kündigte vergangene Woche an, mit Stablecoins arbeiten zu wollen, um internationale Zahlungen zu beschleunigen. Und Konkurrent MoneyGram bietet in Kolumbien bereits eine Krypto-App an, mit der Nutzer eine USDC-Wallet eröffnen können.
Laut Western Union lagen die Krypto-Pläne zuvor auf Eis. Das Unternehmen sorgte sich um Kursschwankungen, Regulierung und Verbraucherschutz. Doch die jüngste GENIUS Act, ein US-Gesetz, das für mehr Klarheit rund um Stablecoins sorgt, hat das geändert. Seit ihrem Inkrafttreten wird berichtet, dass die Nutzung von Stablecoins für Zahlungen bereits um rund 70 Prozent gestiegen ist.
Das wachsende Interesse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Marktkapitalisierung von Stablecoins deutlich zunimmt. Sie liegt derzeit bei rund 308 Milliarden Dollar und könnte laut Prognosen bis 2028 auf 2 Billionen Dollar anwachsen. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie schnell Stablecoins den internationalen Zahlungsverkehr verändern werden.
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