In den USA wird im Rahmen des Clarity Act an neuen Kryptoregeln gearbeitet, die mehr Klarheit bringen sollen. Ein wichtiges Thema ist die Verzinsung von Stablecoins. Banken fürchten, dass Spargelder in großem Umfang in diese digitalen Coins fließen könnten. Doch das Weiße Haus hält dies laut einer neuen Untersuchung für ein eher geringes Problem.

Stablecoins und Bankkredite: Problem als gering bewertet

Das Weiße Haus positioniert sich deutlich im wachsenden Diskurs um Stablecoins und die Ausgestaltung des Clarity Act. In einem neuen Bericht erklärt der Council of Economic Advisers, dass die Bedenken der Banken in der Praxis kaum auftreten.

Der Clarity Act ist ein US-amerikanischer Gesetzesentwurf, der klare Vorschriften für Krypto schaffen soll. Das Gesetz legt fest, wann ein Coin unter strenge Regelungen fällt und welcher Regulierungsbehörde dies obliegt. Zudem setzt das Gesetz Standards für Handelsplattformen und beleuchtet Stablecoins sowie die Zinsen, die Unternehmen darauf gewähren dürfen.

Der Kern des Problems liegt in der Verzinsung von Stablecoins. Banken befürchten, dass Kunden ihre Ersparnisse in diese digitalen Coins umschichten, wenn dort höhere Renditen zu erzielen sind, was die Kreditvergabe der Banken einschränken könnte.

Doch die Untersuchung zeigt, dass dieser Effekt minimal ist. Ohne Zinsen auf Stablecoins erhöht sich das Gesamtvolumen der Bankkredite nur um 0,02 Prozent, was umgerechnet etwa 2,1 Milliarden Dollar entspricht. Gleichzeitig entgehen den Nutzern etwa 800 Millionen Dollar an Rendite.

Die Ökonomen schreiben: „Die Voraussetzungen, um einen positiven Effekt auf den Wohlstand zu finden, sind schlicht unrealistisch. Ein Verbot der Renditen schützt kaum Bankkredite, während Verbraucher Vorteile verlieren.“

Selbst in extremen Szenarien bleibt der Effekt auf die Banken begrenzt. Nur unter unrealistischen Annahmen steigen die Bankkredite um maximal 4,4 Prozent. Laut dem Weißen Haus ist dies kein überzeugendes Argument für ein Verbot.

Optimismus über Genehmigung wächst

Gleichzeitig wächst der Optimismus über den Fortschritt des Gesetzes. Nach monatelangen Verzögerungen scheint der Clarity Act im US-Senat kurz vor einem Durchbruch zu stehen.

Laut Coinbase-CEO Paul Grewal steht eine Einigung „sehr nah bevor“. Er betont, dass hinter den Kulissen an einem Kompromiss zwischen Banken und der Kryptobranche gearbeitet wird. Auch Senator Bill Hagerty ist optimistisch und sagt, dass das Gesetz fast bereit für den nächsten Schritt ist.

Es wird erwartet, dass der Vorschlag bald durch den Ausschuss geht und auf eine Abstimmung zusteuert. Angesichts der bevorstehenden amerikanischen Zwischenwahlen steigt der Druck, schnell Entscheidungen zu treffen.

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