Ripple hat Rückenwind. Der Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC ist weitgehend abgeschlossen, und die politische Unterstützung für Kryptowährungen – insbesondere für Ripple – nimmt zu. Dennoch bleibt es aus dem Bankensektor auffallend still. Wo bleiben die großen Partnerschaften? Der Grund scheint klar: Regulatorische Unsicherheit hält Banken weiterhin auf Abstand.
Strenge Regulierung bremst Kooperationen aus
US-Banken unterliegen der Aufsicht mehrerer Behörden, darunter die OCC, FDIC und SEC. Bevor sie mit einem FinTech-Unternehmen wie Ripple zusammenarbeiten dürfen, sind sie gesetzlich verpflichtet, eine umfassende Risikoanalyse durchzuführen. Dabei müssen sie nachweisen, dass sie strenge Anforderungen in den Bereichen Compliance, Risikomanagement und Kundensicherheit erfüllen.
Obwohl der Fall der SEC gegen Ripple weitgehend abgeschlossen ist, stellt er für viele Banken nach wie vor ein Hindernis dar. Eine öffentliche Kooperation mit einem Unternehmen, das jahrelang in einen Rechtsstreit mit der SEC verwickelt war, birgt Reputationsrisiken – und genau diese wollen Banken unbedingt vermeiden.
Selbst die jüngsten Signale einer Lockerung der Vorschriften durch die OCC im Bereich Krypto scheinen wenig an der zurückhaltenden Haltung der Banken zu ändern. Niemand möchte unnötige Risiken eingehen. Eine Zusammenarbeit, die sich im Nachhinein als verfrüht erweist, könnte Bußgelder, Untersuchungen oder Imageschäden zur Folge haben.
Ripples Vergangenheit bleibt ein Faktor
Auch Ripples eigene Vergangenheit spielt eine Rolle. Im Jahr 2015 wurde das Unternehmen von FinCEN mit einer Geldstrafe in Höhe von 700.000 US-Dollar belegt – wegen mangelhafter Maßnahmen gegen Geldwäsche und der fehlenden Registrierung als Zahlungsdienstleister. Zwar hat Ripple seither deutliche Fortschritte im Bereich Compliance gemacht, doch für Banken bleibt dieser Vorfall ein Grund zur Vorsicht.
Jede Partnerschaft erfordert ein tiefgehendes Due-Diligence-Verfahren. Und das ist nicht nur zeitaufwendig, sondern auch risikobehaftet – besonders solange keine vollständige rechtliche Klarheit besteht.
Verhandlungen hinter verschlossenen Türen
Laut Quellen aus der Krypto-Branche laufen sehr wohl Gespräche zwischen Ripple und großen Banken – jedoch hinter verschlossenen Türen. Öffentliche Ankündigungen wird es voraussichtlich erst geben, wenn die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben.
Bis dahin scheint ein öffentlicher Durchbruch noch in weiter Ferne. Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Banken die Technologie von Ripple zunächst in internen Pilotprojekten testen. Erst danach – wenn alles juristisch abgesichert ist – werden sie XRP offen unterstützen.
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