Ein seltenes Szenario entfaltet sich auf den globalen Märkten: Der amerikanische S&P 500 ist derzeit volatiler als Bitcoin (BTC). Während die Aktienmärkte unter politischen Spannungen wanken, scheint der Kryptomarkt bemerkenswert stabil.
S&P 500 volatiler denn je, Bitcoin bietet Gegengewicht
Seit Anfang April, als Präsident Trump neue Importzölle ankündigte, die er ‚Liberation Day‚ nannte, ist die Volatilität des S&P 500 auf unerhörte Höhen gestiegen. Innerhalb einer Woche sprang die siebentägige realisierte Volatilität von 50% auf beeindruckende 169% auf Jahresbasis, laut Zahlen von TradingView. Das ist das höchste Niveau seit dem Corona-Crash von 2020.
Bitcoin verzeichnet ebenfalls einen Anstieg in der Volatilität, bleibt jedoch mit 83% relativ ruhig im Vergleich. Über einen Zeitraum von 30 Tagen ist diese Kluft sogar noch deutlicher sichtbar, was darauf hindeutet, dass die größte Kryptowährung der Welt sich möglicherweise zu einer Art risikoarmen Gegengewicht zu Aktien entwickelt.
Die siebentägige realisierte Volatilität misst, wie viel ein Kurs tatsächlich auf und ab gegangen ist in der vergangenen Woche. Das Ergebnis wird auf Jahresbasis umgerechnet, um Vergleiche zu ermöglichen. Je höher der Prozentsatz, desto heftiger die Schwankungen.
Ein politischer Sturm treibt Anleger fort
Die amerikanischen Börsen sind in den letzten Wochen stark eingebrochen. Der S&P 500 hat seit Anfang März bereits 14% verloren, mit ähnlichen Rückgängen für den Nasdaq und Dow Jones. Der Grund: wachsende Sorgen über den eskalierenden Handelskrieg und unsichere Politik aus dem Weißen Haus.
Normalerweise flüchten Anleger bei Panik in amerikanische Staatsanleihen und den Dollar. Aber dieses Mal ist es umgekehrt. Die Rendite der zehnjährigen Treasury ist um 62 Basispunkte auf 4,45% gestiegen, was auf massive Abflüsse hindeutet. Gleichzeitig fiel der Dollarindex auf 100, das niedrigste Niveau seit September.
So eine Situation, in der die Renditen von Anleihen steigen, während die Währung im Wert fällt, ist typisch für Schwellenländer. Für die USA ist dies äußerst ungewöhnlich. Laut Analysten von Evercore ISI geschah dies nur vier Mal zuvor in den letzten dreißig Jahren.
In diesem Kontext scheint Bitcoin gerade an Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Während traditionelle Märkte unter politischen Launen schwanken, bietet die Kryptowährung eine Alternative, die nicht von Zentralbanken oder Regierungspolitik abhängig ist. James Butterfill von CoinShares nennt dies „ein Signal, dass Anleger möglicherweise beginnen, ihr Vertrauen von von Menschen gesteuerten Systemen zu mathematischen Gewissheiten zu verschieben“.
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