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Anthropic, das KI-Unternehmen hinter Claude, wächst in beispiellosem Tempo. Auf Basis der aktuellen Einnahmen steuert das Unternehmen auf einen annualisierten Umsatz von mehr als 65 Milliarden US-Dollar zu. Ende vergangenen Jahres hatte diese Umsatzrate noch bei rund 9 Milliarden US-Dollar gelegen.

Das starke Wachstum kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Anthropic hat vertraulich Unterlagen für eine Börsennotierung eingereicht und könnte möglicherweise schon in diesem Herbst sein Debüt an der Wall Street geben. Damit könnte der Börsengang zu einem wichtigen Prüfstein für die hohen Bewertungen im KI-Sektor werden.

Umsatz von Anthropic wächst in beispiellosem Tempo

Die sogenannte Revenue Run Rate lag Ende Juli bei rund 65 Milliarden US-Dollar. Das bedeutet nicht, dass Anthropic tatsächlich bereits 65 Milliarden US-Dollar pro Jahr einnimmt. Bei dieser Kennzahl werden die Erlöse aus einem kürzeren Zeitraum auf ein Gesamtjahr hochgerechnet.

Dennoch zeigt der Wert, wie schnell Anthropic wächst. Ende 2025 hatte die annualisierte Umsatzrate noch bei rund 9 Milliarden US-Dollar gelegen. Im Mai war sie bereits auf mehr als 47 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Auch die Quartalszahlen zeigen einen enormen Sprung. Anthropic meldete einen vorläufigen Quartalsumsatz von mehr als 11,5 Milliarden US-Dollar. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 787 Millionen US-Dollar.

Gleichzeitig macht das Unternehmen operativ Fortschritte. Im jüngsten Quartal erzielte Anthropic den Zahlen zufolge ein positives bereinigtes Betriebsergebnis. Vor allem Unternehmenskunden und die Nachfrage nach KI-Tools für Entwickler spielen beim Wachstum eine wichtige Rolle.

Börsengang von Anthropic wird zum Prüfstein für die KI-Branche

Nach einer Finanzierungsrunde im Mai wurde Anthropic mit rund 965 Milliarden US-Dollar bewertet. Damit gehört das Unternehmen zu den wertvollsten nicht börsennotierten Firmen der Welt. Die Bewertung liegt sogar über der des Konkurrenten OpenAI.

Auch OpenAI bereitet einen Börsengang vor. Die annualisierte Umsatzrate des Unternehmens lag zuletzt bei rund 40 Milliarden US-Dollar.

Die enorme Bewertung von Anthropic legt die Messlatte unterdessen besonders hoch. Bei einem Börsengang achten Anleger nicht nur auf das Umsatzwachstum. Mindestens genauso wichtig ist, wie viel Gewinn das Unternehmen am Ende aus diesen Erlösen erwirtschaften kann. Denn Training und Einsatz fortgeschrittener KI-Modelle erfordern enorme Rechenkapazitäten und teure Chips.

KI-Kosten bleiben zentrale Herausforderung

Laut PitchBook gab Anthropic im ersten Quartal für jeden Dollar Umsatz rund 0,71 Dollar für Rechenleistung aus. Im zweiten Quartal sank dieser Wert auf etwa 0,56 Dollar je Dollar Umsatz. Das deutet darauf hin, dass das Unternehmen mit zunehmender Größe effizienter wird.

Gerade diese Entwicklung könnte bei einem möglichen Börsengang entscheidend werden. Anthropic muss Anleger davon überzeugen, dass das explosive Umsatzwachstum am Ende auch genügend Gewinn abwerfen kann, um eine Bewertung von fast einer Billion US-Dollar zu rechtfertigen.

Ein Börsendebüt von Anthropic wird damit nicht nur zu einem Test für das Unternehmen selbst. Auch für die gesamte KI-Branche steht viel auf dem Spiel, da Investoren immer kritischer prüfen, ob die enormen Investitionen in künstliche Intelligenz am Ende ausreichende Renditen bringen.

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