US-Aktien erneut auf extrem hohen Bewertungen. Laut der sogenannten Shiller-KGV befindet sich der Aktienmarkt mittlerweile fast auf demselben Niveau wie während der Dotcom-Blase Ende der 1990er Jahre, kurz vor dem schweren Börsencrash im Jahr 2000.
Analysten warnen, dass selbst kleine Rückschläge nun große Erschütterungen an der Wall Street verursachen könnten. Gleichzeitig wächst die Debatte, ob Bitcoin (BTC) dadurch für Anleger attraktiver wird.
US-Aktien auf dem höchsten Bewertungsniveau seit über 25 Jahren
Das Shiller-KGV (auch CAPE-Ratio, kurz für Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio), ein bekannter Maßstab für langfristige Aktienbewertungen, stieg diesen Monat auf 42,18. Damit nähert sich der Indikator gefährlich der Spitze von 44,19 im Jahr 1999, auf dem Höhepunkt der Internetblase.

Zwischen März 2000 und Oktober 2002 brach der S&P 500 um fünfzig Prozent ein. Es dauerte Jahre, bis der Index wieder das alte Rekordniveau erreichte.
Der aktuelle Anstieg wird vor allem von großen Technologieunternehmen getragen, die von dem enormen Hype um künstliche Intelligenz profitieren. Vor allem der Nasdaq 100 steigt stark an. Seit Jahresbeginn hat der Index bereits fast 24 Prozent zugelegt. Der S&P 500 steht etwa vierzehn Prozent höher.
Inzwischen schlagen mehrere Marktakteure Alarm. So meldete der Vermögensverwalter Vanguard kürzlich, dass US-Aktien, insbesondere Wachstumswerte, im historischen Vergleich zu früheren Marktzyklen nach wie vor teuer sind.
Bitcoin-Kurs möglicherweise attraktiver als überbewerteter Aktienmarkt
Bei Bitcoin ist die Situation anders. Traditionelle Bewertungsmodelle wie das Shiller-KGV sind auf Krypto nicht anwendbar, da Bitcoin keine Gewinne oder Cashflows erzeugt wie Unternehmen.
Dennoch weisen einige Analysten darauf hin, dass Bitcoin aus preislicher Sicht derzeit günstiger erscheint als US-Aktien. Der Bitcoin-Kurs liegt nämlich noch deutlich unter dem Rekordpreis von etwa 126.000 Dollar, der im letzten Jahr erreicht wurde. US-Aktienindizes hingegen stehen auf oder nahe ihren Allzeithochs.
Dadurch entsteht laut einigen Anlegern Raum für eine Verschiebung von Kapital in Richtung Krypto, wenn Aktien unter Druck geraten. Vor allem institutionelle Anleger könnten in diesem Szenario nach Alternativen außerhalb traditioneller Märkte suchen.
Gleichzeitig besteht auch ein Risiko für Krypto. Bitcoin bewegt sich in den letzten Jahren zunehmend im Einklang mit der Stimmung an der Wall Street. Wenn Aktien stark korrigieren, kann diese Unruhe also auch auf den Kryptomarkt übergreifen.
Kleine Rückschläge können große Folgen haben
Ein hohes Shiller-KGV bedeutet jedoch nicht automatisch, dass unmittelbar ein Börsencrash bevorsteht. Der Indikator zeigt jedoch, dass Anleger derzeit nur wenig Spielraum für wirtschaftliche Rückschläge oder schwache Geschäftsergebnisse lassen.
Gerade das macht die Situation laut Marktkennern anfällig. Wenn das Wirtschaftswachstum nachlässt, sich Zinserwartungen ändern oder KI-Unternehmen schwächere Zahlen als erhofft liefern, könnte die Reaktion an der Börse viel heftiger ausfallen als gewöhnlich.
Der Vergleich mit der Dotcom-Blase von 2000 sorgt daher erneut für Nervosität unter Anlegern. Besonders jetzt, da sich immer mehr Analysten fragen, wie lange die aktuelle KI-Rally noch anhalten kann.
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