Stablecoins sind für viele Menschen die Brücke zwischen Krypto und dem traditionellen Geldsystem. Sie werden genutzt für Handel, internationale Geldtransfers, Zahlungen und um Werte relativ stabil zu parken.

Doch laut Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin liegt im aktuellen System eine grundlegende Schwäche. Ethereum (ETH) stützt sich zu stark auf stablecoins, die an den US-Dollar gekoppelt sind, was langfristig Probleme bereiten könnte.

Dollar in der Krypto-Welt zu dominant

In einem Beitrag auf X argumentiert Buterin, dass das Netzwerk bessere dezentrale stablecoins benötigt. Nur so könne sich Krypto tatsächlich von Banken, Regierungen und anderen zentralen Institutionen lösen.

Das größte Problem ist die dominante Rolle des Dollars. Rund 95 Prozent aller stablecoins orientieren sich am Wert der amerikanischen Währung. Das ist praktisch, aber laut Buterin auch riskant.

Sollte der Dollar in Zukunft unter hoher Inflation oder strukturellen wirtschaftlichen Problemen leiden, hätte das direkte Auswirkungen auf nahezu alle stabilen Kryptowährungen.

Er schlägt daher vor, dass eine stablecoin nicht von einem einzigen Land abhängen sollte, sondern besser an einen breiteren Index gekoppelt werden könnte.

Manipulationsrisiko

Ein weiteres Problem liegt in der Technik hinter stablecoins. Blockchains benötigen sogenannte Oracles, um Informationen aus der realen Welt, wie Wechselkurse, abzurufen. Wird diese Daten manipuliert, kann eine stablecoin an Wert verlieren.

Buterin hält es für notwendig, dass Oracles widerstandsfähiger gegen Angriffe werden, ohne dass dies zu höheren Kosten für die Nutzer oder künstlich aufgeblähten Tokenkursen führt. Dies erweise sich in der Praxis als schwierig und sei seiner Meinung nach noch nicht zufriedenstellend gelöst.

Staking belastet Stabilität

Auch Staking stellt laut Buterin eine Herausforderung dar. Hohe Renditen klingen verlockend, bergen jedoch Risiken und können die Stabilität von stablecoins gefährden.

Da stablecoins besonders sicher und verlässlich sein sollten, schlägt er vor, die Staking-Erträge drastisch zu senken, auf etwa 0,2 Prozent.

Gleichzeitig plädiert er für neue Staking-Formen, bei denen Nutzer kein Risiko eines Slashing eingehen, sodass technische Fehler oder Angriffe nicht sofort zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

Stablecoin-Markt wächst rasant

Der Stablecoin-Markt wuchs im Jahr 2026 auf ein Volumen von 311,5 Milliarden Dollar, ein Anstieg von etwa 50 Prozent im Vergleich zum Anfang 2025. Dennoch wird der Großteil von zentralisierten Akteuren wie Tether’s USDT und USDC von Circle dominiert, die zusammen über 83 Prozent der Nutzung ausmachen.

Dezentralisierte Alternativen wie Dai und Ethena USDe spielen eine wichtige Rolle im DeFi-Bereich, können jedoch diese Dominanz nicht brechen. Seit dem Kollaps von TerraClassicUSD im Jahr 2022 ist der Sektor vorsichtig geworden.

Laut Buterin ist diese Vorsicht verständlich, aber auch riskant. Solange Ethereum hauptsächlich auf dollar-gekoppelten stablecoins basiert, bleibt es von genau dem System abhängig, für das es einst eine Alternative bieten wollte.

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