Die britische Finanzaufsichtsbehörde Financial Conduct Authority (FCA) unternimmt einen neuen Schritt zur Regulierung digitaler Währungen. Vier Finanzunternehmen, darunter die Neobank Revolut, erhalten die Genehmigung, Stablecoins in einer kontrollierten Umgebung unter strenger Aufsicht zu testen.
Revolut für Stablecoin-Sandbox ausgewählt
Die Financial Conduct Authority (FCA) hat vier Unternehmen ausgewählt, um Stablecoins in einer sogenannten „regulatory sandbox“ zu testen, so die Aufsichtsbehörde in einer Pressemitteilung. Dabei handelt es sich um eine kontrollierte Testumgebung, in der neue Finanzprodukte unter Aufsicht praktisch erprobt werden.
Neben Revolut wurden auch Monee Financial Technologies, ReStabilise und VVTX ausgewählt. Insgesamt erhielt die Aufsichtsbehörde zwanzig Anträge, von denen nur vier Unternehmen zugelassen wurden. Die Tests beginnen im ersten Quartal 2026. Der Schwerpunkt liegt vor allem auf der Ausgabe von Stablecoins.
Die Unternehmen dürfen ihre digitalen Coins und Anwendungen für Zahlungen, Transaktionen zwischen Banken und den Handel mit Kryptowährungen testen. Alles geschieht unter der Aufsicht der FCA.
Matthew Long, Direktor für Zahlungen und digitale Vermögenswerte bei der FCA, dazu: „Wir unterstützen britische Emittenten von Stablecoins, damit sie zuverlässig für Zahlungen, Abwicklungen und Handel eingesetzt werden können.“ Laut ihm wird dies „Verbrauchern und finanziellen Transaktionen zugutekommen“ und zur nationalen Zahlungsvision der britischen Regierung beitragen.
Bis 2027 vollständige Klarheit über Krypto in Großbritannien
Das Vereinigte Königreich arbeitet bereits seit längerem an klaren Regeln für Kryptoaktiva. Die FCA startete Ende 2025 mehrere Konsultationen zur neuen Gesetzgebung für unter anderem Kryptobörsen, Staking, Krypto-Kredite und dezentrale Finanzen, auch bekannt als DeFi.
Mit den neuen Regeln will die Aufsichtsbehörde Raum für Innovationen schaffen, während gleichzeitig der Verbraucherschutz verbessert wird. So sollen Kryptobörsen strengere Anforderungen an Transparenz und fairen Handel erfüllen. Auch Anbieter von Staking und Krypto-Krediten müssen klarer über Risiken informieren, damit Anleger besser verstehen, worauf sie sich einlassen.
Derzeit ist Krypto im Vereinigten Königreich noch weitgehend unreguliert. Bis spätestens Oktober 2027 sollen Kryptounternehmen vollständig unter die Aufsicht der FCA fallen. Damit will die britische Regierung das Vertrauen in den schnell wachsenden Kryptomarkt stärken.
USA und EU bei Stablecoin-Regeln führend
Die britischen Entwicklungen folgen auf bedeutende Schritte in den Vereinigten Staaten. Dort wurde mittlerweile der sogenannte Genius Act verabschiedet, der einen klaren föderalen Rahmen für Stablecoins schafft.
Auch in der Europäischen Union ist die Regulierung in Kraft: die Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA). Dieses gemeinsame europäische Regelwerk für Kryptoaktiva verpflichtet Anbieter, eine Lizenz zu beantragen, stellt höhere Anforderungen an die Transparenz und legt klare Regeln für Emittenten von Stablecoins innerhalb der EU fest.
Hyperliquid und Paradigm kritisieren US-Stablecoin-Regeln
Die Stellungnahmen beziehen sich auf einen im April vorgestellten Vorschlag des US-Finanzministeriums zur Umsetzung von Teilen des GENIUS Act.
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