Die US-Behörden haben drei Männer angeklagt wegen einer Serie gewalttätiger Überfälle, bei denen Millionen Dollar in Kryptowährungen erbeutet worden sein sollen. Laut dem US-Justizministerium zielte die Gruppe speziell auf Personen mit großen Krypto-Vermögen in Kalifornien ab.
Die Verdächtigen Elijah Armstrong, Nino Chindavanh und Jayden Rucker werden unter anderem der Entführung, versuchten Entführung, bewaffneten Raubüberfalls und Verschwörung beschuldigt. Die Vorfälle sollen sich Ende letzten Jahres in San Francisco und Los Angeles ereignet haben.
Verdächtige gaben sich als Paketboten aus
Laut Anklage nutzte die Gruppe eine auffällige Methode, um in Wohnungen einzudringen. Die Männer sollen sich als Paketboten ausgegeben haben, um die Opfer arglos die Tür öffnen zu lassen.
Einmal drinnen, sollen die Opfer unter Gewaltandrohung gezwungen worden sein, Zugang zu ihren Kryptowallets zu gewähren. Die Verdächtigen hatten es dabei insbesondere auf die Seed Phrases, die Wiederherstellungssätze, abgesehen, die vollständigen Zugang zu einem Wallet ermöglichen.
In einem Fall soll ein Opfer unter Zwang etwa 6,5 Millionen Dollar in Krypto an ein Wallet überwiesen haben, das von der Gruppe kontrolliert wurde.
US-Justiz spricht von organisierter Operation
Staatsanwalt Craig Missakian bezeichnet den Fall als gut organisiert und gefährlich.
„Diese Verdächtigen sollen ihre Opfer terrorisiert haben, in der Hoffnung große Mengen an Kryptowährung zu stehlen“, so Missakian in einer Erklärung des Justizministeriums.
Die drei Männer wurden im Dezember letzten Jahres festgenommen. Armstrong und Rucker müssen am Dienstag vor Gericht erscheinen. Chindavanh wird sich später im Monat vor dem Gericht melden.
Zunahme physischer Angriffe auf Kryptobesitzer
Der Fall reiht sich in einen breiteren Trend ein, bei dem Kriminelle zunehmend physisch gegen Krypto-Investoren vorgehen. Diese sogenannten „Wrench Attacks“ nehmen weltweit zu.
Laut dem Blockchain-Analyseunternehmen TRM Labs liegt das unter anderem daran, dass Kriminelle online immer leichter persönliche Informationen sammeln können. Zudem gehen viele Angreifer davon aus, dass Kryptotransaktionen schwer zu verfolgen sind.
Auch die Sichtbarkeit von Reichtum innerhalb des Kryptosektors spielt eine Rolle. Einige Investoren zeigen offen Gewinne, teure Autos oder luxuriöse Lebensstile in sozialen Medien, wodurch sie schneller Ziel von Angriffen werden können.
Nicht nur in den USA wächst die Besorgnis. Bereits Anfang des Jahres gaben französische Behörden bekannt, dass dutzende Personen wegen Angriffen auf Kryptobesitzer angeklagt sind.
Der neue Fall verdeutlicht erneut, dass sich die Kriminalität rund um Krypto zunehmend von Online-Hacks zu physischen Bedrohungen und Gewalt verlagert.
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