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Wir sehen einen auffälligen Trend in den letzten Jahren, der nur zu beschleunigen scheint. Immer mehr börsennotierte Unternehmen sammeln Bitcoin (BTC) als strategische Reserve. Aber laut dem Vermögensverwalter VanEck sind auch enorme Risiken mit dieser Kaufstrategie verbunden.
In einem kürzlichen X-Post warnt Matthew Sigel, Leiter der digitalen Forschung bei VanEck. Unternehmen, die BTC kaufen, sollten seiner Meinung nach Vorsichtsmaßnahmen treffen. Denn obwohl die digitale Währung stark im Wert gestiegen ist, sehen wir bei einigen Aktienkursen dieser Unternehmen gerade einen Rückgang. Und das ist besorgniserregend.
Das Medizintechnikunternehmen Semler Scientific ist ein gutes Beispiel dafür. Seit ihrem ersten Kauf im Mai 2024 haben sie mittlerweile 3.808 BTC in der Bilanz, was mehr als 400 Millionen Dollar entspricht. Dennoch ist die Aktie von Semler in diesem Jahr um über 45 Prozent gefallen. Damit nähert sich ihr Börsenwert gefährlich dem Wert ihres Bitcoin-Besitzes. Eine Situation, die laut Sigel schnell zu einer Verwässerung der Aktien anstatt zu einer Wertschöpfung führen kann.
Hebelkonstruktionen sind hierbei das große Problem. Viele Unternehmen finanzieren ihre Käufe nämlich nicht nur mit Bargeld, sondern auch mit Aktienausgabe oder Anleihen (Schulden). Im Gegenzug kaufen sie BTC, was im Wesentlichen den Wert des Unternehmens steigern soll. Und das tut es vorläufig auch noch oft.
Aber was, wenn ein Moment kommt, in dem die digitale Währung nicht weiter steigt? Oder sogar stark im Wert fällt? Dann wird das große Besitztum an BTC plötzlich nicht mehr als wertvoll angesehen. Im schlimmsten Fall gerät man in einen Teufelskreis, in dem Anleger ihre Aktien zu immer niedrigeren Kursen verkaufen. Theoretisch könnte ein Unternehmen dann mit einer enormen Schuldenlast in der Bilanz zurückbleiben (wenn es mit Schulden gekauft hat), während der Wert ihres Bitcoin-Besitzes stark gesunken ist.
Bitcoin kaufende Unternehmen sollten innehalten, sobald ihr Aktienpreis unter den Nettovermögenswert (NAV) fällt. Der NAV ist ein Maßstab dafür, was jede Aktie wirklich wert ist, basierend auf den Vermögenswerten und Schulden des Unternehmens. Im Falle eines Bitcoin-Unternehmens ist das: der Wert von Bitcoins minus Schulden, geteilt durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien.
VanEck rät unter anderem dazu, vorübergehend das Ausgeben neuer Aktien zu stoppen, wenn der Kurs zehn Tage lang unter 0,95x NAV bleibt. Er empfiehlt auch, dass Unternehmen erwägen sollten, ihre Aktien zurückzukaufen, sobald der BTC-Kurs steigt.
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