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Die Vereinigten Staaten und Iran wollen eine weitere Eskalation vorerst offenbar vermeiden. Beide Länder haben sich darauf verständigt, Angriffe aufeinander vorübergehend auszusetzen. Noch in dieser Woche sollen neue Friedensgespräche beginnen, bei denen unter anderem die Sicherheit der Straße von Hormus im Mittelpunkt steht.
Nach Angaben eines US-Regierungsvertreters werden die Verhandlungen über die zuvor geschlossene Absichtserklärung wieder aufgenommen. Bis dahin sollen beide Seiten die Waffen ruhen lassen, sodass die Schifffahrt die wichtige Route vorerst wieder ohne Einschränkungen nutzen kann.
Die Spannungen hatten sich in den vergangenen Tagen rasch verschärft. Am Donnerstag griff Iran ein Containerschiff in der Straße von Hormus an, einer der wichtigsten Seerouten für den weltweiten Öl- und Gasexport. Die Vereinigten Staaten reagierten einen Tag später mit Luftangriffen auf iranische Ziele. In der Nacht zum Sonntag folgte ein weiterer US-Angriff, nachdem Iran ein Schiff mit Öl aus Katar getroffen hatte. Beide Länder warfen einander vor, die zuvor vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben.
Durch die gegenseitigen Angriffe geriet das befristete Friedensabkommen, das die Vereinigten Staaten und Iran Anfang des Monats geschlossen hatten, erneut unter Druck. Zugleich wuchs die Sorge, dass der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus weiter beeinträchtigt werden könnte. Später in dieser Woche sollen die Gespräche in Doha fortgesetzt werden, wo beide Seiten die Details der Vereinbarung weiter ausarbeiten wollen.
Die Ankündigung kam zu einem auffälligen Zeitpunkt: rund eine Stunde vor der Wiedereröffnung der US-Aktienfutures. Anleger reagierten unmittelbar positiv auf die Nachricht, dass die Vereinigten Staaten und Iran vorerst auf weitere Angriffe verzichten. Die Futures auf die US-Börsen legten zu, während auch die Nervosität am Ölmarkt etwas nachließ.
Der Preis für ein Barrel Brent-Öl stieg zunächst um knapp zwei Prozent auf mehr als 73 Dollar, gab später jedoch einen Teil der Gewinne wieder ab. Gegen Ende des Handelstags lag der Ölpreis bei etwa 72,40 Dollar. Das deutet darauf hin, dass Anleger die Lage weiterhin als fragil einschätzen.
Auch wenn die Vereinigten Staaten und Iran vorerst vereinbart haben, keine neuen Angriffe auszuführen, sind die zentralen Streitpunkte weiter ungelöst. So sind beide Länder uneins darüber, ob Iran künftig Gebühren oder andere Abgaben von Schiffen erheben darf, die die Straße von Hormus passieren. Auch eine dauerhafte Waffenruhe zwischen Israel und Libanon bleibt Gegenstand der Gespräche.
Nach Angaben aus Verhandlungskreisen hat Oman europäischen Regierungsvertretern bereits mitgeteilt, dass Schiffe künftig möglicherweise eine Gebühr entrichten müssen, um die Passage zu nutzen.
Iran macht unterdessen deutlich, dass es die Kontrolle über die strategisch wichtige Seeroute nicht aufgeben will. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten am Sonntag, die Überwachung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus liege auf Grundlage der sogenannten Islamabad-Absichtserklärung bei Iran. Schiffe, die sich nicht an die Vereinbarungen halten, sollen nach Angaben des iranischen Staatssenders Press TV strenger behandelt werden.
Die Vereinigten Staaten betonen dagegen, dass die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährleistet bleiben müsse. Damit bleibt trotz der wieder aufgenommenen Gespräche ein zentraler Streitpunkt zwischen beiden Ländern bestehen.
Die US-Börsen starten leicht im Plus, während die Waffenruhe zwischen Iran und den USA fragil bleibt und Anleger Kapital aus KI-Werten abziehen.
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