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Oman prüft, ob Schiffe für die Passage durch die Straße von Hormus künftig für bestimmte Dienstleistungen zahlen müssen. Damit wird die zentrale Seeroute für Öl und Flüssigerdgas erneut zu einem Unsicherheitsfaktor, während die USA und Iran nach Monaten des Konflikts weiter über eine endgültige Friedensregelung verhandeln.

Mit der Sache vertrauten Personen zufolge hat Oman europäischen Verbündeten signalisiert, dass eine Rückkehr zur Lage vor dem Krieg unwahrscheinlich sei. Das Sultanat betont, es werde das internationale Seerecht einhalten. Gebühren etwa für Navigation oder die Beseitigung von Verschmutzungen schließt es jedoch nicht aus.

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Straße von Hormus erneut im Fokus geopolitischer Spannungen

Die Straße von Hormus zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und LNG-Handels passiert täglich die enge Passage zwischen Oman und Iran.

Während des jüngsten Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran geriet die Schifffahrt in der Region massiv unter Druck. Iran griff mehrere Schiffe an, drohte mit einer Sperrung der Passage und soll Teile der Route mit Seeminen versehen haben. Seit dem vorläufigen Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran hat der Schiffsverkehr zwar wieder zugenommen, liegt aber weiterhin unter dem Niveau vor dem Krieg.

Iran erklärt inzwischen, den Schiffsverkehr gemeinsam mit Oman verwalten zu wollen. Zudem hat Teheran mitgeteilt, dass Schiffe eine Versicherung über Iran beantragen müssten. Diese Regelung soll zunächst für rund 60 Tage kostenlos gelten.

USA und Europa zeigen sich besorgt

Die USA, europäische Länder und mehrere Golfstaaten befürchten, dass Oman am Ende gemeinsam mit Iran ein System aus Maut oder verpflichtenden Abgaben für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus einführen könnte.

Der Zeitpunkt ist auffällig. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt am Montag den omanischen Sultan Haitham bin Tariq in Paris. Nach Angaben des Élysée wird die freie und uneingeschränkte Durchfahrt durch die Straße von Hormus ein zentrales Gesprächsthema sein.

Oman hat europäischen Diplomaten unterdessen signalisiert, unter erheblichem Druck Irans zu stehen. Trotz seiner traditionell neutralen Rolle wurde das Land während des Krieges selbst von iranischen Raketen und Drohnen getroffen.

Zugleich kommen aus Maskat widersprüchliche Signale. Anfang der Woche erklärten Oman und Iran gemeinsam, sie wollten über den künftigen Betrieb der Schifffahrtsroute und die damit verbundenen Kosten beraten. Nur wenige Tage später unterzeichnete Oman zusammen mit den USA und den Golfstaaten eine Erklärung, in der Mautgebühren und andere Formen der Kontrolle über die Meerenge abgelehnt wurden.

Milliarden an Zusatzkosten für den Welthandel

Sollten Schiffe tatsächlich für die Nutzung der Straße von Hormus zahlen müssen, könnte das den internationalen Handel jährlich zusätzliche Milliarden kosten. Vor allem Ölkonzerne, Händler und Reedereien wären betroffen.

US-Außenminister Marco Rubio machte deutlich, dass ein endgültiger Frieden mit Iran von freier Durchfahrt ohne Maut oder Pflichtabgaben abhänge. Solche Gebühren zuzulassen, würde aus seiner Sicht einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen, weil andere Länder bei strategischen Seerouten andernorts nachziehen könnten.

Für die Energiemärkte bleibt die Lage damit hochsensibel. Zwar fiel der Ölpreis, nachdem Präsident Donald Trump ein vorläufiges Friedensabkommen mit Iran angekündigt hatte. Dennoch verfolgen Anleger jede Entwicklung rund um die Straße von Hormus genau. Eine neue Störung der Schifffahrt könnte den Ölpreis erneut rasch unter Druck setzen oder deutlich nach oben treiben.

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