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Jeff Bezos scheint seinen nächsten großen Schritt außerhalb der Technologiebranche zu planen. Der Amazon-Gründer steht offenbar kurz davor, eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent am Liverpool Football Club zu übernehmen. Laut Sky News könnte die Fenway Sports Group den Deal noch in dieser Woche bekannt geben.
Die mögliche Transaktion bewertet Liverpool mit rund 6 Milliarden Dollar. Damit würde einer der reichsten Menschen der Welt bei einem der größten Fußballklubs der Welt einsteigen – zu einem Zeitpunkt, an dem Amazon erneut an eine Marktbewertung von 3 Billionen Dollar heranrückt.

Bezos soll Teil eines Konsortiums sein, das von Amit Bhatia geführt wird, dem Schwiegersohn des Stahlmilliardärs Lakshmi Mittal. Auch Eduardo Saverin, Mitgründer von Facebook, soll beteiligt sein. Die Fenway Sports Group hatte bereits im vergangenen Monat bestätigt, dass eine Investorengruppe Interesse an einer strategischen Minderheitsbeteiligung an Liverpool gezeigt hatte.
FSG kaufte Liverpool 2010 für 300 Millionen Pfund. Eine Bewertung von 6 Milliarden Dollar würde damit einen enormen Wertzuwachs bedeuten. Für Bezos wäre es der erste große Schritt in den Fußball.
Das passt zu einem breiteren Trend: Sportklubs werden zunehmend als Finanzanlagen betrachtet. Nicht nur von traditionellen Eigentümern, sondern auch von Techmilliardären, Private-Equity-Häusern und internationalen Investmentgruppen.
Liverpool befindet sich derweil in einer heiklen Phase. Der Klub gewann in der Saison 2024/2025 noch die Premier League, landete anschließend aber nur auf Platz fünf. Zudem verließ Mo Salah den Verein, Trainer Arne Slot wurde entlassen.
Ein neuer Großaktionär könnte Kapital, kommerzielle Schlagkraft und internationale Sichtbarkeit bringen. Zugleich stellt sich die Frage, ob Bezos und der Rest des Konsortiums passive Investoren bleiben oder auf längere Sicht mehr Kontrolle anstreben. Für die Fans ist das ein entscheidender Unterschied.
Während Bezos mit Liverpool in Verbindung gebracht wird, zeigt sich Amazon an der Börse weiter sehr stark. Die Aktie schloss am Freitag bei 274,48 Dollar, ein Plus von 0,82 Prozent. Auf Jahressicht liegt Amazon gut 24 Prozent im Plus. Seit Januar beträgt der Gewinn fast 19 Prozent.
Am 3. August überschritt Amazon erstmals kurzzeitig eine Marktbewertung von 3 Billionen Dollar. Inzwischen liegt der Wert bei rund 2,96 Billionen Dollar. Der wichtigste Treiber hinter dem Anstieg ist Amazon Web Services.
Die Cloudsparte profitiert weiter vom KI-Boom, weil Unternehmen immer mehr Rechenleistung für Daten, Modelle und KI-Anwendungen benötigen. Analysten haben deshalb ihre Kursziele angehoben; die optimistischsten Erwartungen reichen bis 400 Dollar.
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