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Große amerikanische Krypto-Organisationen üben Druck auf den Kongress aus, schnell ein neues Gesetz zur Besteuerung von Staking und Mining zu verabschieden. Laut der Branche kann der Vorschlag jahrelange Unsicherheiten beenden und verhindern, dass Blockchain-Unternehmen ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern.

In einem gemeinsamen Brief forderten die Blockchain Association, der Crypto Council for Innovation und die Digital Chamber die Gesetzgeber auf, den „Tax Clarity for Mining and Staking Act“ unverändert zu verabschieden. Laut den Organisationen bietet das Gesetz eine praktikable Lösung für ein Steuerproblem, mit dem die Branche seit Jahren zu kämpfen hat.

Kryptoanleger zahlen manchmal Steuern ohne Gewinn

Die Debatte dreht sich um Staking- und Mining-Belohnungen. Nach den derzeitigen US-Steuervorschriften werden diese Kryptobelohnungen sofort besteuert, sobald sie empfangen werden.

Laut der Kryptobranche führt das zu unlogischen Situationen. Da der Wert von Kryptowährungen stark schwanken kann, könnten Nutzer Steuern auf Token schulden, die sie noch nicht verkauft haben.

Dadurch entsteht eine Steuerlast, obwohl tatsächlich noch kein Geld erhalten wurde.

Die Lobbygruppen sprechen daher von einer Steuer auf „fiktives Einkommen“.

„Nach Jahren der Unsicherheit über die Besteuerung von Mining- und Staking-Belohnungen bietet dieser Gesetzentwurf einen tragfähigen Kompromiss, den Innovatoren unterstützen können und der gleichzeitig den Bedenken einiger Gesetzgeber Rechnung trägt“, erklärten die Organisationen.

Neues Gesetz lässt Wahl des Besteuerungszeitpunkts

Der „Tax Clarity for Mining and Staking Act“ soll hier Abhilfe schaffen.

Dem Vorschlag zufolge sollen Miner und Staker die Wahl haben, Steuern entweder zum Zeitpunkt des Erhalts der Kryptowährung oder erst beim tatsächlichen Verkauf der Token zu zahlen.

Befürworter argumentieren, dass dadurch weiterhin Steuern erhoben werden, jedoch zu einem Zeitpunkt, an dem die Nutzer tatsächlich über liquide Mittel verfügen.

Laut der Branche sind klare steuerliche Regelungen zudem entscheidend, um Innovation, Investitionen und Arbeitsplätze in den USA zu sichern.

Diskussion über Änderung führt zu Spannungen

Der Gesetzentwurf wartet derzeit auf die weitere Behandlung im Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.

Während früherer Beratungen reichte der demokratische Abgeordnete Steven Horsford einen Änderungsantrag ein, der die Verschiebung der Steuererhebung auf maximal fünf Jahre begrenzen würde.

Dieser Vorschlag stößt auf Widerstand in der Kryptobranche.

Ji Hun Kim, CEO des Crypto Council for Innovation, erklärte auf X, dass eine solche Begrenzung das Ziel des Gesetzes weitgehend untergraben würde. Seiner Meinung nach würde die Änderung zudem kaum zusätzliche Steuereinnahmen bringen.

Banken warnen vor Steuervorteil für Krypto

Nicht alle sind von den vorgeschlagenen Regelungen begeistert.

So hat sich beispielsweise die American Bankers Association gegen den Gesetzentwurf ausgesprochen. Laut der Bankenlobby würden Kryptoanleger einen Steuervorteil gegenüber Personen erhalten, die über traditionelle Finanzprodukte sparen oder investieren.

Auch die American Bar Association hat Kritik geäußert. Die Organisation weist darauf hin, dass Anleger Steuern auf Dividenden zahlen, sobald diese ausgeschüttet werden. Eine abweichende Behandlung von Kryptobelohnungen würde laut Kritikern zu ungleichen steuerlichen Regelungen führen.

Mehr Kryptogesetze in Vorbereitung

Die Debatte über Staking und Mining ist Teil einer breiteren Diskussion über Kryptosteuerregelungen in den USA.

Auch der sogenannte PARITY Act wird derzeit diskutiert. Mit diesem Gesetzentwurf soll geklärt werden, ob kleine Kryptozahlungen von der Steuerberichterstattung ausgenommen werden können.

Laut Zahlen der Kryptobörse Kraken wurden im April etwa 56 Millionen Steuerformulare an die US-Steuerbehörde gesandt. Fast ein Drittel davon betraf Transaktionen von weniger als einem Dollar, während mehr als 75 Prozent Transaktionen unter 50 Dollar betrafen.

Befürworter argumentieren, dass die Bearbeitung von Millionen kleiner Transaktionen zu unnötigen administrativen Belastungen führt. Der Druck auf die US-Gesetzgeber, die Steuerregeln für digitale Vermögenswerte zu modernisieren, wächst deshalb zunehmend.

Der Ausgang dieser Gesetzesvorschläge könnte erhebliche Folgen für die Attraktivität der USA als Standort für Blockchain-Unternehmen und Krypto-Innovationen haben.

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